Zuschauerrekord bei der SUPERBIKE*IDM am Schleizer Dreieck

34.700 Zuschauer nahmen an diesem Wochenende den Buchhübel am Schleizer Dreieck ein. Motiviert vom Ambiente und der Unterstützung der Fans, boten die Piloten der SUPERBIKE*IDM bei optimalem Rennwetter eine tolle Show und spektakuläre Fights in jeder Klasse.

Forés versus Reiterberger: 1 zu 1
Das Schleizer Dreieck steht bei Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW) hoch im Kurs. Wenn er sich irgendwo den Sieg nicht nehmen lassen will, dann hier, auf seiner Lieblingsstrecke. Auf dem Buchhübel positionierte sich der Obinger Fanclub, ein ganzer Bus voll war aus dem Heimatdorf Reiterbergers angereist. Der Start von der Pole-Position gelang Reiterberger, dennoch konnte sich Xavi Forés (3C-Racing Team) an ihm vorbeiquetschen. Reiterberger hob es gleich in der ersten Runde bei einem angedeuteten Highsider aus dem Sattel, er hielt sich aber auf dem Motorrad. Fortan legten sich die beiden wie schon bei den vorangegangenen Rennen miteinander an. Cameron Beaubier, Ersatzmann im Team Yamaha MGM, setzte sich auf dem dritten Platz fest und überzeugte nach den Trainings nun auch im Rennen. Doch in der vierten Runde stürzte er und musste an die Box. Nach einer notdürftigen Reparatur sah er das Feld nur noch von hinten. Auf Platz drei rückte Lorenzo Lanzi (3C-Racing Team) auf, der nach der Hälfte des Rennens aber bereits sieben Sekunden Rückstand zur Spitze hatte. Mit weiteren neun Sekunden Abstand folgte Kev Coghlan (Team Yamaha MGM). Von hinten wurde Matej Smrz (Wilbers-BMW-Racing Team) Coghlan gefährlich. Gegen Ende des Rennens konnte der Tscheche vorbeiziehen. Auch vorne gab es zwei Runden vor Schluss einen Wechsel: Reiterberger ging an Forés vorbei. Die beiden fuhren Rad an Rad. Es kam immer wieder zu Berührungen. In der letzten Schikane vor der Start-Ziel-Geraden bremste Forés extrem spät, vermasselte Reiterberger die Ideallinie, zog vorbei und fuhr mit einem Vorsprung von 0,077 Sekunden seinen zweiten Saisonsieg nach Hause. Hinter Forés und Reiterberger wurde Lanzi Dritter. Vierter wurde Smrz vor Coghlan. Forés war dennoch nicht zum Feiern zumute. Der Spanier verlor mit Dani Rivas und Bernat Martínez, die zwei Wochen zuvor im Rahmen der MotoAmerica tödlich verunglückten, gute Freunde. Ihnen widmete er seinen Sieg.

Xavi Forés: „Ich hatte das Gefühl, dass Markus besser in seinen Rhythmus gefunden hatte. Aber ich gab alles, um zu gewinnen. Ich musste gewinnen, für Dani und Bernat. Heute waren wir zu dritt auf dem Motorrad.“

Im zweiten Rennen hatte Reiterberger keine Lust mehr zu taktieren. Jetzt sollte der Sieg her. Energisch startete er los und führte das Feld hoch zum Buchhübel an. Forés und Lanzi waren ihm dicht auf den Fersen. Doch schon in der zweiten Runde übernahm Forés das Kommando, dem Duo folgten Lanzi, Beaubier und Smrz. Coghlan stürzte an sechster Stelle liegend und musste verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden. In der siebten Runde ging Reiterberger wieder an Forés vorbei. Auch Lanzi ließ sich dieses Mal nicht abschütteln und blieb an der Spitze dran. Dahinter kam Beaubier immer näher an ihn heran. Vorne baute Reiterberger kontinuierlich den Abstand zu seinem spanischen Rivalen aus und siegte mit 7,161 Sekunden Vorsprung. Zweiter wurde Xavi Forés vor Lanzi, Beaubier und Smrz.

Markus Reiterberger: „Ich hatte keine Lust mehr auf Spielchen. Ich habe die Taktik von Xavi nicht mehr mitgemacht und habe einfach von Anfang bis Ende Vollgas gegeben. Ziel war der Doppelsieg. Aber der zweite Sieg war wichtiger und ein super Abschluss des Tages.“

 

Superstock 1000: Doppelsieg für Ondrej Jezek
Bei der SUPERBIKE*IDM auf dem Schleizer Dreieck gastierte ein starkes Team: Triple-M by Barni schickte Ondrej Jezek und Marc Moser in die Superstock 1000-Rennen. Zudem trat Motorradsportlegende Ralf Waldmann für das Team in der Klasse SuperNaked an. Jezek und Moser sorgten in dem ohnehin stark besetzten Superstock-Feld für Furore. Moser war Schnellster im freien Training, den besten Ausgangspunkt für die Rennen ergatterte jedoch Jezek, der sich mit dem dritten Startplatz zu Reiterberger und Forés in die erste Reihe gesellte. Jezek übernahm auch direkt die Führung unter den Superstock-Piloten und versuchte, mit dem Spitzenduo der Superbiker mitzuhalten. Deren Tempo konnte er nicht lange gehen, also legte sich der Tscheche postwendend mit Lanzi an. In der zweiten Runde stürzte Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer)und musste den Lauf aufgeben. Dahinter kämpften Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Marc Moser um Position zwei. Moser entschied den Zweikampf für sich und setzte sich rasch nach vorne ab. Nun wurde auch Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team) Stamm gefährlich. In der elften Runde schaffte es Trautmann, an Stamm vorbeizugehen und die Position bis ins Ziel zu halten. Es siegte Jezek vor Moser und Trautmann. Vierter wurde Stamm vor Stefan Kerschbaumer (Leitwolf.cc Racing) und Marvin Fritz (Bayer-Bikerbox Racing). Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service), der das Gesamtklassement anführt, hatte auf dem Schleizer Dreieck Schwierigkeiten und landete schlussendlich auf Platz sieben.

Auch im zweiten Lauf übernahm Jezek das Kommando. Trautmann schoss beim Start an seinen Kollegen Stamm, Moser und Vincon vorbei und lag somit an Position zwei. In der vierten Runde ging Fritz an Vincon vorbei auf die fünfte Position. Moser musste drei Runden später aufgrund eines abgebrochenen Schalthebels an die Box und konnte das Rennen nicht wieder aufnehmen. Auch für Lucy Glöckner (Wilbers-BMW-Racing Team) war in Runde sieben Schluss. Zwischen Trautmann und Stamm entbrannte ein Kampf um Position zwei. Vincon hatte nach dem Sturz im ersten Lauf erneut kein Glück, nach elf Laps war das Rennen für ihn aufgrund eines technischen Defekts vorbei. Fritz kam mittlerweile an Stamm ran und lag zwei Runden vor Schluss nur noch 0,345 Sekunden zurück. Kerschbaumer versuchte dahinter, an Fritz dranzubleiben. Schließlich blieb es jedoch bei der Reihenfolge und Jezek holte den zweiten Tagessieg vor Trautmann, Stamm, Fritz, Kerschbaumer, Bijsterbosch (Van Zon-Remeha-BMW) und Gines. Trautmann war jeweils der beste permanente Starter und kassierte somit die volle Punktzahl von 50 Zählern für das Meisterschaftskonto. Stamm rückt mit dem dritten und vierten Platz bis auf einen Punkt an Gines heran.

Ondrej Jezek: „Im ersten Rennen hatte ich Probleme mit dem Grip. Ich hatte zwei oder drei Mal beinahe einen Highsider, das war nicht lustig. Aber der Kampf mit Lanzi hat Spaß gemacht. In Hockenheim bin ich voraussichtlich noch einmal dabei.“

Lukas Trautmann: „Mein Team hat alle meine Wünsche erhört und so hatten wir ein extrem gutes Paket. Dazu kam die Atmosphäre mit den vielen Fans, die mich nochmals motiviert hat. Meine Knochen sind wieder ganz, das ist ein Vorteil. Jetzt fahren wir nach Assen, ebenfalls eine meiner Lieblingsstrecken. Ich will mehr!“

Roman Stamm: „Ich dachte, dass ich noch an Lukas vorbeikommen kann und wollte bis zum Schluss warten. Dann kamen wir uns mit den Superbikern in die Quere und er war weg. Aber das Wichtigste ist, dass ich den Rückstand in der Gesamtwertung auf Mathieu verkürzt habe.“

 

Supersport 600: Bühn und Nekvasil wechseln sich ab
Marco Nekvasil ist permanenter Starter in der spanischen Meisterschaft und tritt für das Team LSG Racing in Schleiz und Assen in der SUPERBIKE*IDM an. Dass er für das Starterfeld der Klasse Supersport 600 eine Bereicherung ist, bewies er gleich im Qualifying, wo er sich den zweiten Startplatz hinter Jan Bühn (Team Räth-Romero-Yamaha) sicherte. Im ersten Rennen legte Pole-Setter Bühn einen starken Start hin. Ihm folgten Christian Stange (HPC-Power Suzuki Racing) sowie die beiden Fahrer von Kawasaki Schnock Team Motorex, Christian von Gunten und Jasha Huber. Nekvasil fiel hingegen auf Position sechs zurück. Der Schleizer Julian Puffe, der für Team MtM-Kawasaki in der Superstock-600-Europameisterschaft mitfährt, bewies, wie gut er sich auf heimischem Boden auskennt und ging bald an von Gunten und Huber vorbei. Während Bühn konzentriert vornewegfuhr, steuerte Stange, an Position zwei liegend, in der Seng geradeaus. Der ehrgeizige Youngster blieb unversehrt, ärgerte sich aber maßlos über den Patzer. Zumal er im Training am Vortag noch die Bestzeit fuhr. Nun kam Nekvasil zurück, ging an von Gunten, Huber und Puffe vorbei und nahm Kurs auf Spitzenreiter Jan Bühn. Dahinter gerieten Puffe und Huber aneinander. An Position drei liegend stürzte Huber in der zwölften Runde. Zwei Runden vor Schluss setzte sich Lauslehto dann noch gegen Puffe durch und vereitelte dem Lokalmatador den Podiumsplatz auf dessen Heimstrecke. Bühn siegte souverän vor Nekvasil und Lauslehto.

Jan Bühn: „In Schleiz ist es nicht leicht, zu überholen. Ich wusste also, wie wichtig der Start sein würde. Als ich den gut hinbrachte, versuchte ich ganz konzentriert mein Rennen zu Ende zu fahren.“

Im zweiten Lauf legte Bühn beim Start wieder ordentlich vor. Puffe war sichtlich beflügelt von der heimischen Kulisse und ging von Startplatz fünf vor auf die zwei. Nekvasil, Huber, Lauslehto und Stange reihten sich ein. In der zweiten Runde krallte sich Stange Lauslehto, einige Runden später dann auch Huber. Nekvasil überließ Puffe den zweiten Rang nur bis zur fünften Runde und kam nun immer näher an Bühn heran. In der vorletzten Runde war Nekvasil im Windschatten des Spitzenreiters angekommen. Dahinter kämpften Stange und Puffe um Platz drei. Dann kamen in der letzten Runde die Überrundeten in die Quere. Nekvasil konnte sich besser durchschlängeln und schnappte sich auf den letzten Metern die Führung. Er siegte mit gut einer Sekunde Vorsprung auf Bühn. Dritter wurde Puffe, der mit Stange auf nahezu einer Linie ins Ziel fuhr.

Marco Nekvasil: „Wir sind im zweiten Lauf einen etwas härteren Reifen gefahren. Anfangs waren wir dadurch zwar langsamer, aber auf die Distanz hat er super durchgehalten. Ich bin sehr zufrieden.“

 

SuperNaked: Reichmann und Karthin siegen
Udo Reichmann (Völpker NRT 48) hatte im Training der Klasse SuperNaked gleich zwei Große abgehängt. Zum einen ließ er den unangefochtenen Spitzenreiter der Klasse, Kjel Karthin (Team KARTHIN MSB Suzuki) hinter sich. Zum anderen auch den 20-fachen Grand Prix-Sieger und zweifachen Vizeweltmeister Ralf Waldmann. Waldmann feierte an diesem Wochenende auf dem Schleizer Dreieck sein Comeback in der SUPERBIKE*IDM. Er startete auf einer Ducati Monster 821 für das Team Triple-M by Barni. Im ersten Rennen hatte Reichmann gleich in der ersten Runde einen angedeuteten Highsider, blieb aber sitzen. Zeit kostete es dennoch. Karthin fuhr auf und davon, auch wenn er noch mit seiner verletzten Hand zu tun hatte, deren Heilung sich langwieriger gestaltete als angenommen. Schließlich konnte Reichmann sich wieder an Karthin heranarbeiten und letztendlich den Sieg heimfahren.

Udo Reichmann: „Ich habe hier 1999 meinen ersten Sieg gefeiert und bin auf dem Schleizer Dreieck sehr oft und gerne gefahren. Roadracing ist meine Leidenschaft, ich mag die schnellen Passagen. Es musste heute einfach so ausgehen.“

Ralf Waldmann nahm den Pokal des Drittplatzierten in Empfang und erfüllte anschließend die zahlreichen Autogramm- und Fotowünsche der Fans, die bereits am Samstag auf dem Schleizer Dreieck zu Gast waren.

Rald Waldmann: „Die Atmosphäre ist hier einfach schön. Ich bin froh, dabei zu sein und hatte viel Spaß. Am Donnerstag haben wir die Ducati aus Italien bekommen und hier ausgepackt. Dafür läuft es super.“

Im zweiten Lauf griff Karthin mit tiefgekühlten Armen an. „Ich habe sie mit Kälte betäubt, damit ich besser durchhalte als im ersten Rennen“, sagte Karthin später. Der Start gelang und Karthin kämpfte sich gleich an einigen Supersport 600-Fahrern vorbei. Reichmann positionierte sich an zweiter und Waldmann an dritter Stelle. Doch schon nach der zweiten Runde war das Rennen für Waldmann gelaufen. Er musste an die Box. Zwar kam er später auf die Piste zurück, mehr als neun Runden waren aber nicht mehr drin. Dafür fochten Karthin und Reichmann einen spektakulären Kampf aus. Vier Runden vor Schluss ging Reichmann in Führung. Zwei Runden später nutzte Karthin die Gunst der Stunde, eroberte sich Position eins zurück und fuhr mit 0,033 Sekunden Vorsprung zum Sieg.

Kjel Karthin: „Wir haben bis zum Schluss gebattlet. Als ich Udo dann in der vorletzten Runde zurücküberholen konnte, habe ich die Tür zugeschmissen. Den größten Verdienst hatte heute mein neuer Dunlop-Hinterreifen, der hat super gehalten und den Sieg ermöglicht.“

 

Moto3-Siege für Meggle und Geitner
So spektakulär ging es in der Moto3 Klasse lange nicht zu. Ein kleines Starterfeld, aber ein absolut feines. Eigentlich wollte sich Matthias Meggle (Freudenberg Racing Team) endlich an seinem Teamkollegen Tim Georgi vorbeiarbeiten. Stattdessen bekam der Allgäuer plötzlich von hinten Konkurrenz. Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) machte Meggle zuletzt auf dem Sachsenring den zweiten Platz streitig. Meggle gegen Freitag lautete also das neue Duell, das auf dem Schleizer Dreieck in die Verlängerung ging. Meggle konnte das gar nicht recht sein. Er wollte weder zweite noch dritte Plätze, sondern endlich einmal den Sieg in der Moto3 Standard-Klasse. Schon vorab sagte er, dass ihm das Schleizer Dreieck liege und er hier seine Chance nutzen wolle. Mit Walid Soppe (Eveno Racing) kehrte jedoch ein weiterer harter Gegner zurück ins Standardfeld. Die drei Moto GP-Piloten Jonas Geitner (Freudenberg Racing Team), Ernst Dubbink (Ernst Dubbink Eveno Racing) und Martin Gbelec (Ariane Racing Factory) starteten stark. Dahinter reihten sich Soppe, Georgi, Meggle und Freitag ein. Soppe vermasselte sich das Rennen jedoch gleich zu Beginn mit einem Frühstart. Die vermeintliche Führung im Standardfeld ging spätestens bei der Straffahrt durch die Box verloren. Jonas Geitner konnte sich an der Spitze zunächst absetzen, doch der Abstand zwischen ihm und Ernst Dubbink schmolz kontinuierlich dahin. Der Niederländer gab richtig Gas und vergrößerte die Lücke zu Gbelec deutlich. Georgi, Freitag und Meggle fuhren Rad an Rad ihre Runden, Meggle und Freitag tauschten mehrmals die Position. In der neunten Runde musste Georgi Freitag und Meggle den Vortritt lassen und kurz darauf zog Meggle wieder an Freitag vorbei. Doch alle drei blieben dicht beisammen. Währenddessen hatte sich an der Spitze ein Kampf um Position eins entwickelt. Ernst Dubbink fuhr längere Zeit bei Geitner im Windschatten mit. Vier Runden vor Schluss holte sich Dubbink die Führung, konnte sich aber nicht absetzen. In der vorletzten Runde übernahm Geitner wieder das Kommando. Das Dreiergespann Meggle, Freitag und Georgi hatte die Reihenfolge nun lange beibehalten. Absetzen konnte sich Meggle jedoch nicht. Soppe hatte unterdessen in einer rasanten Aufholjagd eineinhalb Minuten gut gemacht und nahm Kurs auf das Trio. Doch die Zeit reichte nicht mehr. Geitner siegte mit 0,7 Sekunden Vorsprung vor Ernst Dubbink und Martin Gbelec. In der Standardwertung siegte Meggle mit knapp einer Sekunde Vorsprung vor Freitag, Georgi und Soppe. Meggle feierte am Mittwoch zuvor seinen fünfzehnten Geburtstag und beschenkte sich somit nachträglich selbst.

Jonas Geitner: „Das war heute nicht so entspannt. Ich hätte nicht gedacht, dass Ernst so dagegenhalten kann. Es war ein sehr schönes Rennen und ich liebe diese Strecke.“

Matthias Meggle: „Ich war in Schleiz immer schnell, bin aber bisher zweimal gestürzt. Dass es jetzt mit dem Sieg geklappt hat, ist der Hammer. Ich will noch mehr gewinnen.“

 

Sidecar: Sattler/Neubert fahren auf und davon
Nach längerem Abwägen haben sich Uwe Gürck und Manfred Wechselberger (Polizeisportverein Wels Gürck Racing) entschieden, in der Klasse Sidecar in Schleiz zu starten und auf ihre Teilnahme am zeitgleich stattfindenden Weltmeisterschaftslauf am TT Circuit Assen zu verzichten. Das hat sich gelohnt. Von der dritten Position starteten Gürck/Wechselberger ins Rennen und konnten gleich in der ersten Runde in Führung gehen. Andre Kretzer und Jens Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC) sowie Josef Sattler und Uwe Neubert (Sattler Motorsport) lagen dicht auf. Damit waren die Topfavoriten auch jetzt wieder die Top drei des Rennens. In der zweiten Runde konnten Kretzer/Lehnertz trotz kaum vorhandener Überholmöglichkeiten in Führung gehen. Doch in der Spitzkehre nach der Seng verlor das Team die Kontrolle über das Motorrad und überschlug sich. Die Aktion verlief für die Piloten glimpflich, doch an ein Weiterfahren war nicht zu denken. Gürck/Wechselberger und Sattler/Neubert kämpften weiter um Platz eins. In Runde sechs übernahmen Sattler/Neubert das Kommando und setzten sich in Windeseile vom Feld ab. Hinter Gürck/Wechselberger kamen mit deutlichem Abstand Andres Nussbaum und Michael Prudlik (Sidecarteam Sense) sowie Bernhard Pichler und Mario Pichler (Polizeisportverein Wels). Bis zum Ende des Rennens konnten Sattler/Neubert einen Vorsprung von über 13 Sekunden herausfahren und ihren Sieg sicher nach Hause bringen. Gürck/Wechselberger riskierten nichts mehr und gaben sich mit Platz zwei zufrieden. Nussbaum/Prudlik belegten Rang drei vor Pichler/Pichler. Für Nussbaum/Prudlik war es der erste Podiumsplatz der Saison.

Josef Sattler: „Unser Start war sehr schlecht, wir sind als Vierter in die erste Kurve eingebogen. Dann haben wir uns zimlich schnell wieder vorbearbeitet. Es war ein super Rennen.“

Uwe Gürck: „Unser Start hat sich rentiert. Jetzt haben wir unseren Vorsprung in der Meisterschaft weiter ausgebaut, das war das Ziel. Es war uns nach dem Qualifying klar, dass wir nicht mit Sepp mithalten können. Ich möchte mich für die Auslaufrunde bedanken. Es ist beeindruckend, wie die Schleizer uns Fahrer feiern. Die Streckenposten hatten teilweise Tränen in den Augen. Dafür liebe ich Schleiz.“

Andres Nussbaum: „Das ist unser erstes Podium, einfach hammermäßig. Die letzte Runde war zäh, da waren wir richtig müde. Aber die vielen Zuschauer sind eine riesige Motivation.“

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