Team Freudenberg bringt Florian Alt nach Assen

Das Jahr 2012 war in der bald 20-jährigen Geschichte des Teams von Michael Freudenberg und seinem Sohn Carsten aus Bischoffswerda wohl mit das erfolgreichste. Mit Luca Grünwald holte das KTM-Team den Titel in der IDM Moto3. Heute ist Grünwald in der Weltmeisterschaft unterwegs. Mit Florian Alt holte die Freudenberg-Mannschaft im selben Jahr den IDM-Titel in der zum letzten Mal als Meisterschaft ausgetragenen 125-ccm-Klasse. Alt wurde im Jahr 2012 auch Sieger im Red Bull Rookies Cup und unterschrieb wenig später einen Vertrag für die Moto3-Weltmeisterschaft.

Jetzt bringt das Team Freudenberg Florian Alt beim Rennen der SUPERBIKE*IDM im niederländischen Assen in der Klasse Supersport wieder an den Start. Teamchef Michael Freudenberg erzählt, wie es dazu kam.

Bei den Rennen zur Spanischen Meisterschaft hatten sich Florian Alt, inzwischen in der spanischen Moto2-Klasse unterwegs und das Team Freudenberg zu Beginn des Jahres wieder gesehen. Das WM-Jahr 2013 war für Alt wenig glücklich verlaufen und er war in die höhere Moto2-Klasse nach Spanien gewechselt. «In seinem WM-Jahr fehlte mir das Hintergrund-Wissen», meint Michael Freudenberg. «Aber als wir uns zu Beginn des Jahres getroffen haben, habe ich einiges verstanden. Ende 2012 ging mir Florian bis zu Schulter. Inzwischen überragt er mich um einiges. Da ist er in der Moto2-Klasse auf jeden Fall besser aufgehoben.»

Der Erfolg von Alt in Spanien gibt ihm Recht. Bei drei Rennen ist er schon aufs Podium gefahren. Doch die Sommerpause der Spanischen Meisterschaft dauert lange. Nach Alts Geschmack zu lange. Daher kam es zur kurzfristigen Wiedervereinigung zwischen Alt und dem Team Freudenberg. Gemeinsam war man bereits zwei Tage in Oschersleben zu einem Test unterwegs. Erfolgreich, auch wenn es die Hälfte der Zeit geregnet hat.

«Er kam gut klar», lobt Michael Freudenberg seinen neuen alten Schützling. Immerhin hatte es Lukas Trautmann, der für das Team genauso wie Max Fritzsch im Yamaha R6-Dunlop-Cup um den Titel kämpft, bei seinem IDM-Gastauftritt in Schleiz den Sprung aufs Podest geschafft.

«Das Arbeiten mit den Teenies macht mir ehrlich Spaß», erklärt der bald 59-jährige Freudenberg, dessen drei Piloten zusammengezählt jünger sind als der Teamchef. «Die letzten 20 Jahre haben uns geprägt. Auch was die Risikobereitschaft in unserer Firma anbelangt. Es macht einfach Spaß, wenn etwas vorwärts geht.» Richtig vorwärts geht es derzeit auch bei Moto2-WM-Pilot Dominique Aegerter, der beim Sachsenring-GP seinen ersten Moto2-Sieg einfahren konnte. Einer der ersten Gratulanten war Michael Freudenberg. Denn bei ihm hatte Aegerter im Jahr 2006 den Grundstein für seinen heutigen Erfolg gelegt.

«Sein Sieg war auch für uns der Wahnsinn», meint Freudenberg. «Das gibt auch uns wieder Motivation. Man fiebert immer mit seinen ehemaligen Schützlingen mit. Daher ist es umso  bedauerlicher, dass es in der SUPERBIKE*IDM die Moto3-Klasse nicht mehr gibt, wo solche Talente ihre Anfänge haben.»

Freudenberg versichert, dass sich Florian Alt mächtig auf seinen Assen-Einsatz freut. «Er freut sich auf seine alten Kumpels und den doch sehr familiären Charakter in der SUPERBIKE*IDM», verrät der Teamchef. «In der Spanischen Meisterschaft geht es da doch schon mehr wie in der WM zu. Ausserdem kann er dann bei seiner Arbeit endlich mal wieder deutsch sprechen.» Neben Alt werden auch wieder Trautmann und Fritzsch im Yamaha R6-Dunlop-Cup in Assen dabei sein. Trautmann hat die Chance, vorzeitig Cup-Sieger zu werden. Stress pur für das Team Freudenberg. «Das ist doch toll», freut sich der Chef. «Da bleibt einem gar keine Zeit zum alt werden.»

Bilder: © Team Freudenberg

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