SUPERBIKE*IDM in Zolder (B): Jan Bühn auch im Regen stark

4005 Meter lang, zehn Kurven, zwei Hügel. Das ist die Charakteristik des belgischen Circuit Zolder, einer der technisch anspruchsvollsten Strecken überhaupt. Gerade weil der Kurs den Piloten der SUPERBIKE*IDM so viel abverlangt, sind diese davon begeistert. Am Samstag erschwerte Nieselregen zusätzlich die Bedingungen. Die Pole-Position für die Superbike-Rennen am Sonntag holte sich Regenexperte Damian Cudlin. Jan Bühn siegte in der Klasse Supersport 600, Kjel Karthin in der Klasse SuperNaked.

Pole-Position für Damian Cudlin
Eigentlich sollte man meinen, dass Australier mit Regen nicht viel am Hut haben. Bei Damian Cudlin ist das nicht der Fall. Er mag Regen, was er heute auf dem Circuit Zolder wieder unter Beweis gestellt hat. In der Superpole-Session mit den besten neun Fahrern aus beiden Qualifyings sicherte sich Cudlin mit einer Zeit von 1:43.097 Minuten die Pole-Position für die beiden Rennen am Sonntag. „Im Regen habe ich ein wirklich gutes Gefühl. Nur im Trockenen haben wir noch ein Stück Arbeit vor uns, da bin ich einen kleinen Schritt hintendran“, sagte Cudlin. Den Start von Position zwei sicherte sich derweil Teamkollege Max Neukirchner mit einer Superpole-Zeit von 1:44.019 Minuten. Neukirchner startete beim Saisonauftakt in der Lausitz von der Eins – die Pole-Position wird damit im Yamaha-Team weitergereicht. Mit einer Rundenzeit von 1:44.951 Minuten konnte Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW, BMW S 1000 RR) den dritten Startplatz erkämpfen. Ändert sich das Wetter, kann am Sonntag aber schon wieder alles anders aussehen. Denn Reiterberger, der mit zwei Siegen aus zwei Rennen die Gesamtwertung anführt, liegt der belgische Kurs. „Zolder ist eine Bremserstrecke, da sind wir mit der BMW gut aufgestellt. Dann gibt es viele Geraden, wo es auf den Top-Speed ankommt – aber auch da sind wir gut dabei“, sagte Reiterberger.

Bester Startplatz der Superstock 1000-Fahrer für Lucy Glöckner
Mit viel Gefühl agierte Lucy Glöckner vom Wilbers-BMW-Racing Team auf dem Circuit Zolder. Die BMW-Fahrerin schaffte es als Neunte in die Superpole. Nur Dominik Vincon (BMW Stilgenbauer, BMW S 1000 RR) und Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service, Yamaha YZF-R1M) waren schneller. In der Superpole drehte Glöckner den Spieß dann um. Auf der regennassen Fahrbahn machte sie Boden gut und holte mit 1:45.521 Minuten das beste Ergebnis unter den Superstock 1000-Fahrern. Am Sonntag startet sie dann im gemeinsamen Feld mit den Superbikern von Position sechs ins Rennen. Vincon nimmt den achten und Gines den neunten Startplatz ein. Marvin Fritz, der am Freitag die beste Trainingszeit fuhr, erreichte im Nassen lediglich den neunten Rang seiner Klasse.

Bühn holt zweiten Saisonsieg
Am Lausitzring hatte Jan Bühn vom Team Räth-Romero-Yamaha sich etwas vorgenommen: Der Start muss besser werden. Gesagt, getan. In Zolder startete er von Position zwei, setzte sich aber bereits auf der ersten Geraden gegen Christian Stange (HPC-Power Suzuki Racing) durch. Der Suzuki-Pilot fiel dagegen auf Position vier zurück. Tatu Lauslehto (Team Suzuki Stoneline-Mayer, Suzuki GSX-R 600) positionierte sich an zweiter Stelle, konnte aber nicht mit Bühn mithalten, der in der dritten Runde schon 4,3 Sekunden Vorsprung rausgefahren hatte. Stange kämpfte sich zunächst wieder auf den dritten Rang vor und verbesserte sich kontinuierlich. In der elften Runde zog Stange schließlich auf der Start- und Zielgeraden an Lauslehto vorbei und fuhr mit über zehn Sekunden Vorsprung vor dem Finnen ins Ziel. Bühn überquerte die Ziellinie unangefochten gut zwölf Sekunden vor Stange. „Mein Start hat perfekt geklappt und ich habe sofort in meinen Rhythmus gefunden, was im Regen extrem wichtig ist“, sagte Bühn. „Ein bisschen überrascht war ich aber schon. Ich bin eigentlich kein Regengott. Aber die Strecke liegt mir und heute hat einfach alles gepasst.“ Dass Christian Stange in den letzten Runden immer näher an Bühn herankam, schraubt die Erwartungen an seine Leistungen im zweiten Rennen am Sonntag nach oben. „Ich hatte am Anfang sehr wenig Gefühl, weil ich auch erst das zweite Mal im Regen auf der Sechshunderter saß“, sagte Stange. „Dann habe ich meine Zeiten gesteigert und am Ende wollte ich einfach auch noch eine schnelle Runde fahren, um zu sehen, welche Pace für morgen bei Regen drin wäre“, sagte Stange.

Karthin mischt sich mit der SuperNaked unter Supersport 600-Fahrer
„Ich habe mir Sarah Heide als Spielgefährtin ausgesucht“, sagte Suzuki-Fahrer Kjel Karthin vom Team KARTHIN MSB Suzuki nach dem Samstagsrennen. Karthin musste in Zolder auf seinen schärfsten Konkurrenten Michael Galinski (Team Yamaha MGM, Yamaha MT-09) verzichten. Der Yamaha-Teamchef hatte seinen eigenen Start aufgrund der Tätigkeiten für das Team gecancelt. Für Karthin bedeutete dies, in der Klasse SuperNaked nahezu konkurrenzlos zu fahren. Einzig Udo Reichmann (Völpker NRT 48, Yamaha MT-09) fuhr in dem Feld bestehend aus Supersport 600 und SuperNaked auf einer Naked-Maschine mit. An Karthin konnte Reichmann bisher aber nicht herankommen. Das Wilbers-BMW-Racing Team hatte angekündigt, die Slowakin Sandra Stammova ins Rennen zu schicken, auf dem Lausitzring testete sie bereits vor zwei Wochen auf der BMW R 1200 R. Als Stammova nun in Zolder noch nicht an den Start ging, suchte sich Karthin derweil eine andere Rivalin und fand sie in Sarah Heide. Diese hatte auf dem Lausitzring den dritten Platz in der Supersport 600 eingefahren. In Zolder lief es für die 27-Jährige jedoch nicht ganz rund. Das nutzte Karthin aus und zog an Heide vorbei. Es war das erste Mal, dass ein SuperNaked-Fahrer sich unter Supersport 600-Fahrer mischte. „Dass es im Regen so gut läuft, war absolut nicht vorhersehbar“, sagte Karthin im Anschluss an das Rennen. „Jetzt habe ich Blut geleckt. Im Regen ist auch gegen die Supersport 600-Fahrer was drin.“

Sidecar-Vizemeister Kretzer-Lehnertz weiter auf Erfolgskurs
Im Qualifying der Sidecars setzten sich am Samstag Bennie Streuer und Geert Koerts mit einer Bestzeit von 1:41.476 Minuten gegen die Konkurrenz durch. Im Training dominierten noch André Kretzer und Jens Lehnertz. Diese mussten sich im Qualifying aber mit der drittbesten Zeit von 1:42.856 Minuten zufriedengeben. Schneller war auch das neu formierte Team Josef Sattler und Uwe Neubert (Sattler Motorsport, LCR Suzuki). Der aktuelle Champion Josef Sattler (Sattler Motorsport, LCR Suzuki) machte sich nach dem Rennen am Lausitzring auf Partnersuche, nachdem sich sein ursprünglicher Beifahrer Stefan Trautner verletzt hatte. Das Vizemeister-Team Kretzer-Lehnertz muss am Sonntag in Zolder punkten, um weiterhin eine Rolle in der Meisterschaft zu spielen. Denn beim ersten Rennen in der Lausitz bekam der ehrgeizige Plan von der Zurückeroberung des Meistertitels aufgrund eines elektronischen Defekts einen herben Dämpfer.

HIER finden Sie den aktuellen Zeitplan vom 15. bis 17. Mai 2015 und weitere Informationen zum Rennen auf dem Circuit Zolder.

SUPERBIKE*IDM
Circuit Zolder (B)
15. bis 17. Mai 2015

Kontakt
Judith Beck
Mobil     +49 173 5902618
E-Mail    judith.beck@superbike-idm.de

 

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