Schwieriges Oschersleben-Wochenende für Kawasaki Schnock

Sutter 260

Noch vor zwei Wochen konnte sich Daniel Sutter vom Kawasaki Schnock Team Shell Advance beim ersten IDM-Rennwochenende am Lausitzring über einen fulminanten Doppelsieg und maximale 50 Punkte freuen. Doch beim zweiten Saisonlauf in der Motorsport Arena Oschersleben gab es bei dem Team der „Grünen“ eher lange Gesichter. Nicht nur die widrigen Bedingungen mit Regen und Temperaturen um die 10 Grad ließen die Laune sinken. Am Ende des Rennwochenendes gaben sich dennoch alle Teammitglieder versöhnlich und blicken äußerst motiviert in die Zukunft.

Bereits im Training hatten die Piloten vom Kawasaki Schnock Team Shell Advance: Daniel Sutter, Christian von Gunten und Alex Phillis mit einigen Problemen zu kämpfen. „Es war schwer bei diesem Wetter die richtige Abstimmung für das Motorrad zu finden, irgendwie wollte es nicht so richtig laufen“ analysierte Daniel Sutter nach dem Training. Der Blick auf die Ergebnisliste machte wenig Hoffnung auf Topplatzierungen. Der Youngster Alex Phillis, Sohn des erfolgreichen Superbike WM- und Pro Superbike-Pilot Rob Phillis, ging von Platz 20 aus ins Rennen. Daniel Sutter startete von Rang 21 und Christian von Gunten von 27.

Wichtige Punkte im ersten Rennen

Auch zum Start des ersten IDM-Supersport-Lauf in der Motorsport Arena Oschersleben am Samstagnachmittag hatte der Wettergott kein Einsehen und es blieb nass. Nach einem guten Start machte Daniel Sutter jedoch auf den ersten Metern neun Plätze gut und kam als 12. aus der ersten Runde zurück. Im Laufe des Rennens konnte sich der Kawasaki-Pilot weiter nach vorn arbeiten. Während an der Spitze der amtierende Meister Jesco Günther sein Heil in der Flucht suchte, lief es für den Australier Alex Phillis weniger nach Plan. Der 18-jährige stürzte und musste das Rennen im Kiesbett der Magdeburger Börde beenden. Bei dem Crash verletzte er sich leicht an der Hand, aber Phillis biss die Zähne tapfer zusammen. Ähnlich erging es auch seinem Teamkollegen Christian von Gunten. Der Schweizer musste das Rennen ebenfalls vorzeitig beenden.

Daniel Sutter drehte unterdessen hoch motiviert am Gas und fightete hart mit Gabriel Läuger und Thomas Walther um Plätze in den „Top Ten“. Der Kampf wurde allerdings in der 17. Runde unterbrochen, als das Rennen mit der roten Flagge verfrüht beendet wurde. Der Grund war ein gestürzter Fahrer, dessen Motorrad gefährlich auf der Strecke liegen blieb. Jesco Günther beendete das Rennen als Sieger.

Daniel Sutter kam als Achter ins Ziel und war unter diesen Umständen durchaus zufrieden: „Heute war Schadensbegrenzung angesagt. Ich habe das Beste aus dem Motorrad heraus geholt. Mein Startplatz war alles andere als hilfreich. Ich hatte viele Fahrer vor mir und bei dem Wetter will man nicht zu viel riskieren. Aber mit dem achten Platz bin ich schon zufrieden. Es sind wichtige Punkte für die Meisterschaft und wir sind noch ganz am Anfang der Saison, da kann noch viel passieren,“ sagte Daniel nach dem Rennen.

Choas-Rennen am Sonntag

Am Sonntag hatte sich das Wetter vom Vortag gebessert und der vierte Lauf konnte unter trockenen Bedingungen gestartet werden. Den Samstag abgehakt und mit klarem Blick nach vorn, ging Daniel Sutter vor 8.500 Zuschauern ins Rennen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nach der ersten Runde musste man schon zwei Mal auf den Zeitenmonitor schauen, denn der schnelle Schweizer war mit einem Granatenstart aus der sechsten Reihe auf Platz zwei nach vorne geprescht. Eine Runde später führte der 25-jährige das Supersport-Feld sogar an. Auch für die beiden anderen Piloten des Kawasaki Schnock Team Shell Advance lief es im zweiten Lauf besser und sie konnten sich ins Mittelfeld vorkämpfen.

An der Spitze bildete sich unterdessen ein starkes Trio mit Sutter, David Linortner und Tatu Lauslehto. Alle drei Piloten fuhren ähnlich schnelle Rundenzeiten, so dass sich keiner so richtig absetzen konnte.

In der 13. Runde wurde der Dreikampf und das Rennen, wie schon am Vortag, mit der roten Flagge abgebrochen. Der Grund diesmal war eine Ölspur in der Shell-Ess, auf der vier Piloten ausrutschten und stürzten, darunter auch der bis dahin Zweitplatzierte Linortner. Nach dem Re-Start führte erneut Daniel Sutter das Feld an, doch bereits nach zwei Runden fehlte auch er. Der Kawasaki-Pilot war exakt an der Stelle gestürzt, an der vorher bereits die vier anderen Fahrer in das Kiesbett rutschten. „Ich weiß gar nicht so recht wie das passiert ist. In der ersten Runde bin ich noch sehr vorsichtig in die Shell-Ess eingebogen. Beim zweiten Mal lag ich schon auf der Nase. Es ist so frustrierend, das wäre mein Rennen geworden. Das Team hat so hart gearbeitet und heute hat das Setup der Kawasaki wieder optimal funktioniert“, sagte ein tief trauriger Daniel Sutter nach dem Rennen.

Für die Teamkollgen Christian von Gunten und Alex Phillis lief es hingegen besser. Der Schweizer von Gunten fuhr bis auf Platz sechs nach vorn und erntete so wertvolle Punkte. „Ebenso wie Daniel hatte ich einen super Start und habe mich auf meinem Bike richtig wohl gefühlt. Schon vor dem Rennabbruch war ich in den „Top Ten“. Platz sechs ist ein super Ergebnis“, freute sich Christian von Gunten. Der Nachwuchspilot Alex Phillis verfehlte mit Platz 16 nur um Haaresbreite die Punkteränge, war aber dennoch sehr zufrieden. Tatu Lauslehto übernahm nach Sutters Sturz kampflos die Führung und feierte seinen ersten IDM-Sieg.

Für ein doch noch versöhnliches Ende sorgte der jüngere Bruder von Christian von Gunten. Der 18-jährige Philippe vom Team Schnock Juniors by Romero feierte in Oschersleben beim Yamaha R6-DUNLOP-CUP mit einem zweiten Platz seinen ersten Sprung aufs Podium. Der Schweizer hatte sich nach dem Start auf Platz zwei eingereiht und zur Rennmitte sogar drei Runden lang geführt. Der Nachwuchs steht also schon bestens motiviert in den Startlöchern…

Das nächste Rennen steht für die Jungs des Kawasaki Schnock Team Shell Advance in sechs Wochen an. Am 15.-17. Juni gastiert die IDM am Nürburgring.

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