Reiterberger spaltet die Ducati-Macht

Das Blatt hat sich gewendet. Der Spanier Xavi Forés (3C-Racing Team) gewann nach seinem Doppelsieg vom Saisonauftakt auch das dritte Rennen in Zolder, doch ein Fehler im zweiten Lauf des Tages sorgte erstmals für Abwechslung auf dem Podium. Teamkollege Max Neukirchner jubelte von der obersten Stufe. Und Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW) hatte es als Zweiter des Rennens geschafft, die Phalanx der scheinbar übermächtigen Ducati-Fahrer in der SUPERBIKE*IDM zu durchbrechen.

Im ersten Lauf vergeigte Reiterberger, der die Pole Position hatte, den Start. Neukirchner ging in Führung und kam auch als Erster aus der ersten Runde vor seinem Teamkollegen Forés, Reiterberger, Michael Ranseder (Honda), Bastien Mackels (BMW), Luca Hansen (Yamaha), Matej Smrz (Yamaha) und Damian Cudlin (Kawasaki) zurück. Mit Problemen kämpfte Suzuki-Hoffnung Erwan Nigon. Er brachte die GSX-R 1000 in der zweite Runde in die Box zurück: die Kupplungsplatte war gebrochen. Mackels, Ranseder und Hansen stürzten während des Rennens aus dem Geschehen, in dem Forés ab der vierten Runde die Führung übernommen hatte und auch nicht mehr abgab. Fast drei Sekunden später erreichte Neukirchner nach 17 Runden das Ziel. Reiterberger war als Dritter  einsam unterwegs gewesen. Der Hinterradreifen an der BMW S 1000 RR hatte immer mehr abgebaut und den 20-jährigen eingebremst.
Smrz wurde als Vierter abgewunken. Dem Tschechen folgte der BMW HP4-Fahrer Stefan Nebel, an dessen Superbike die zahlreichen Veränderungen an Elektronik, Gabel und Federbein endlich Wirkung zeigten.
Im zweiten Lauf machte sich Forés als Erster aus dem Staub. In der zweiten Runde betrug der Vorsprung des spanischen Ducati Panigale-Treibers bereits 1,4 Sekunden vor dem Rest des 29 Fahrer umfassenden Feldes. Dahinter hatten sich die üblichen Verdächtigen aufgereiht: Neukirchner, Reiterberger, Ranseder, Mackels, Smrz, Nigon und Cudlin.
Smrz und Ranseder stürzten. Dafür schnupperte Reiterberger nach Halbzeit des Rennens zum ersten Mal in diesem Jahr ganze vier Runden Führungsluft. Dann war Forés auf der ersten Position zurück und schien seinem Ruf als Titelfavorit alle Ehre zu machen –  bis es in der letzten Runde passierte. Forés bog mit Neukirchner in die Schikane vor dem Ziel ein. Der Spanier bremste zu spät, kam ins Straucheln, hatte einen Highsider und kreuzte daraufhin auch noch die Ideallinie. Dort kollidierte er leicht mit Neukirchner, der den Schalthebel an der Ducati einbüsste, aber sich die letzten zwanzig Meter im zweiten Gang ins Ziel retten konnte – als Erster. Der aus dem Konzept gebrachte Forés wurde Dritter. Und Zweiter? Markus Reiterberger.

Markus Reiterberger: „Das war zum Schluss ein echter Rodeo-Ritt und ein Glücksspiel, wer die beste Linie bis ins Ziel bekommt. Wäre ich gerade auf der anderen Seite neben Neukirchner gewesen, hätte mich der Zwischenfall von Forés gar nicht betroffen und ich hätte vielleicht sogar gewinnen können. Aber ich war eben genau dort, wo ich beim Ausweichen noch einen Haken schlagen musste.“

Max Neukirchner: „Es ist toll, die deutsche Nationalhymne zu hören. Der zweite Lauf war echt hart. Von der Gesamtzeit her sind wird noch schneller als im ersten gefahren. Ich hatte eigentlich gedacht, dass Markus Reifen wie im ersten Lauf abbaut, aber das passierte nicht. Markus klebte förmlich hinter mir.“

 

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