Ranseder: Die Saison bei den Eiern packen

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Michael Ranseder wurde schon vor der Saison 2012 als der absolute Top-Favorit auf den IDM SUPERBIKE Titel gehandelt. Auf dem Nürburgring hat der Technogym Racing Austria Fritze Tuning Pilot den ersten großen Schritt in diese Richtung gemacht: Er holte sich seinen ersten Saisonsieg, siegte dabei gleich in beiden Läufen, und übernahm die Tabellenspitze.

Im ersten Lauf hatte Ranseder noch mit „Startschwierigkeiten“ zu kämpfen, wie er später selbst zugeben musste. „Ich habe wieder den berühmt-berüchtigten Ranseder-Start dieses Jahres hingelegt, sehr schlecht“, so der BMW S 1000 RR-Pilot. „Ich habe aber gesehen, dass ich gleich einen guten Rhythmus fahren konnte und bin bei den anderen gut vorbei gekommen. Dann hatte ich noch ein Problem mit der Bremse, da habe ich mich erst dran gewöhnen müssen. Aber der Rhythmus war trotzdem hoch und ich bin erst mal dem Jörg [Teuchert] ein wenig nachgefahren.“

Doch Teuchert selbst merkte auch, dass Ranseder schneller konnte. „Als ich dann gesehen habe, dass ich etwas schneller fahren kann muss ich sagen: Jörg hat mich eigentlich ganz gut vorbeigelassen“, so Ranseder. „Er hat, glaube ich, auch gemerkt, dass ich etwas schneller fahren kann. Ich habe mir die beiden vorne dann gut zurecht gelegt und habe relativ wenig Führungsarbeit geleistet. So gesehen war das ein perfektes Timing für mich.“

„Das Bike ist perfekt gelaufen, wir müssen es aber noch etwas besser in den Griff bekommen“, sagte Ranseder weiter. „Wir hatten dieses Jahr schon gröbere Probleme, sind jetzt aber testen gewesen. Ich muss sagen, dass war ein großer Schritt nach vorn. Wir kämpfen noch mit der bestialischen Power der BMW und müssen die bestmöglich auf den Boden bringen. Ich hoffe, dass ich im zweiten Lauf besser vom Start wegkomme und dann ein besseres Rennen fahren kann.“

Und so wurde es dann auch. Ranseder startete besser und war schneller vorn bei der Musik dabei. „Ich habe mir vorher noch Gedanken gemacht, wie ich gut vom Start weg komme und das hat gut funktioniert. Im Rennen habe ich dann gesehen, dass ich sehr schnell mitgehen kann. Ich hätte auch den zweiten Platz mitnehmen können, aber ich wollte zwei Mal gewinnen. Das war gut für das Selbstvertrauen und für das Team. Wir haben gesehen, dass es gut vorwärts geht.“

Der Dank Ranseders galt einigen in der 2012 neu formierten Truppe. „Ich möchte mich bei Winni Reicht, dem ganzen Team und bei WP bedanken“, zählte der ehemalige IDM 125 Meister auf. „Ich glaube, wir müssen jetzt die gesamte restliche Saison bei den Eiern packen und richtig gut anziehen. Jetzt kommt der Heim-Grand Prix in Spielberg. Das ist, glaube ich, auch eine gute BMW-Strecke, aber dann kommen noch ein paar schwierige Strecken. Da müssen wir es richtig bei den Eiern packen, damit wir das gut durchziehen können.“

Auch von Teamchef Winni Reicht gab es großes Lob für seinen Schützling Ranseder. „Ich bin wirklich begeistert und ich muss sagen: Das war der Punkt, der für uns extrem wichtig war“, sagte er am Nürburgring gegenüber idm.de. „Wir haben für den Red Bull Ring und das Heimrennen alles vorbereitet und das ist ganz klar das wichtigste der Saison – für das gesamte Team. Der Druck ist da, das ist auch keine Frage. Wir wollen in der Meisterschaft weiterkommen und auch als Team weitere Perspektiven haben. Michi hat uns jetzt alle Perspektiven aufgestoßen und das ist natürlich ein fantastisches Ergebnis – vielen Dank an Michi Ranseder und das gesamte Team.“

„Michi kann extrem gut mit Druck umgehen und ich glaube, dass er das einfach meistern wird“, so Reicht hinsichtlich des bevorstehenden Heimrennens auf dem Red Bull Ring. „Michi ist schon in der Weltmeisterschaft gefahren und das merkt man. Ich habe jetzt doch schon eine gewisse Erfahrung mit Fahrern und kann einen Unterschied erkennen zwischen einem Profi, der halt einfach durch ein Stahlblatt gegangen ist. Und der Michi gehört da dazu und ich bin optimistisch, dass er dem Druck standhalten kann.“

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