Portrait: Tatu Lauslehto – der schnelle Finne

280 Lauslehto

Er ist einer von drei Finnen, die dieses Jahr einen Titel in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft abgeräumt haben. Tatu Lauslehto holte sich die Meister-Krone in der IDM Supersport – genau wie die Landsmänner Niki Tuuli im Dunlop Yamaha R6 Cup und wie Pekka Päivärinta – zusammen mit dem Schweizer Adolf Hänni – bei den IDM Sidecars. Lauslehto ist zwar ein recht schüchterner Zeitgenosse, dafür aber ein umso schnellerer. Ach und noch etwas: am heutigen Freitag, 19. Oktober 2012, feiert Lauslehto seinen 29. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, Champion!

Lauslehto konnte in der IDM in der Vergangenheit hin und wieder eine Leistungspitze platzieren, aber der große Durchbruch gelang ihm erst 2012. In 16 Supersport-Läufen holte er neun Podestplätze, darunter fünf Siege. Der Yamaha-Pilot war extrem beständig, hatte nur im ersten Lauf auf dem Nürburgring einen Ausfall zu verbuchen. Ansonsten beendete er alle Rennen in den Top Sechs. Am Ende brachte ihm das 267 Punkte und 23 Zähler Vorsprung auf seinen härtesten Widersacher, Daniel Sutter auf Kawasaki.

Die Karriere Lauslehtos ist lang und erfolgreich. Im Jahr 1999 begann der heute, Freitag, 29. Oktober 2012, 29 Jahre jung gewordene Finne mit dem Motorradrennsport. In seinem ersten Jahr in der 125ccm-Klasse fuhr er im finischen Cup auf den zweiten Gesamtrang. 2001 wurde er finnischer Achtelliter-Meister, ein Jahr später folgte der Titel in der Viertelliter-Klasse. Im Jahr 2003 fuhr er sowohl in der finnischen 250ccm-Klasse, wie auch in der Europameisterschaft. Der nationale Vize-Titel und der europäische Gesamtrang acht waren die Ergebnisse.

Es folgte der Aufstieg in die Supersport-Klasse der Europameisterschaft. „Das war vermutlich mein bisher größter Titelgewinn“, sagte Lauslehto beim Finale in Hockenheim. „Aber der IDM-Titel kommt an zweiter Stelle.“ Doch bis da hin sollten noch einige Jahre vergehen. 2005 und 2006 fuhr er Supersport-Weltmeisterschaft, wobei das erste der beiden Jahre das bessere war. Er beendete die Saison 2005 auf dem zehnten Gesamtrang und legte damals schon eine extrem konstante Leistung an den Tag: In zwölf Rennen sah er immer das Ziel, konnte nur ein Mal – mit Rang 16 in Imola – keine Punkte einfahren. Das beste Ergebnis gelang ihm auf der Klaffi-Honda in Monza mit Rang sechs.

2007 kehrte Lauslehto in die finnische Meisterschaft zurück und holte den Superstock 600-Titel, ein Jahr später versuchte er sich in der Superbike-Klasse. In Finnland holte er den Vize-Titel, in der IDM SUPERBIKE gab es Gesamtrang 20 – bei seinen fünf Starts in Deutschland holte er drei Mal Punkte.

Von 2009 bis 2012 fuhr Lauslehto dann in der IDM Supersport, räumte aber `09 in Finnland auch noch einmal den gleichen Titel ab. Der große Durchbruch in der IDM kam dann in dieser Saison, nachdem er auf verschiedenen Fabrikaten angetreten war. Begonnen hatte das auf Triumph Daytona 675. Mit dem britischen Dreizylinder fuhr er zwei Jahre, dann stieg er auf Yamaha R6 um.

Mit einem sechsten Platz im ersten der letzten beiden Final-Läufe in Hockenheim, konnte sich Lauslehto vorzeitig zum IDM Supersport-Meister krönen. Auf die Frage, was in ihm vorgehe, antwortete der Finne damals: „Nichts, ich bin total leer“, und grinste dazu. „Ich habe es natürlich etwas sicherer angehen lassen“, fügte er zum Rennverlauf dazu. „Ich habe lange gebraucht, ehe ich an Jesco [Günther] vorbei kam, das hat etliche Runden gedauert. Danach war die Lücke nach vorn zu groß. Als ich über das Ziel fuhr wusste ich noch nicht einmal, dass ich Champion bin.“

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