Mathieu Gines: «Max Neukirchner fehlt»

Jeder SUPERBIKE*IDM-Pilot träumt vom Meistertitel, wenn er sich im Winter mit Fitness-Training abplagt und mühsam Sponsoren zusammensucht, um Anfang des neuen Jahres dann beim ersehnten Kampf auf der Strecke anzutreten. Mit Mathieu Gines vom Team Van Zon-Remeha-BMW tritt in dieser Saison ein Pilot in der Superbike-Klasse an, der klar zu einem der Top-Favoriten zählte. Der Franzose hat im Team um den Belgier Werner Daemen die Nachfolge von Markus Reiterberger angetreten, der nach seinem Titelgewinn erfolgreich in die Superbike-Weltmeisterschaft aufgestiegen war.

 

Nach sechs von 16 Rennen führt Gines die Wertung auch mit 105 Punkten an. Vor Yamaha-Pilot Marvin Fritz, der bisher 90 Zähler kassiert hat. Drei Rennen hat der BMW-Fahrer bereits gewonnen. Nach seinem Geschmack hätten es noch mehr Siege sein dürfen. Beim ersten SUPERBIKE*IDM-Lauf auf dem Lausitzring war Gines mit einem gewagten Set-up gestartet. Gelohnt hatte sich das Risiko nicht und er landete wenige Zehntel hinter Max Neukirchner und dessen MGM-Yamaha als Zweiter im Ziel. Die siegreiche Revanche erfolgte in Lauf 2. Ähnlich sieht die Bilanz vom Nürburgring aus. Den ersten Lauf verpatzte Gines durch einen Frühstart, der zweite Lauf ging wieder zu seinen Gunsten aus. Beim Lausitzring blieb es bei einem Sieg, Lauf 2 wurde Opfer eines Gewitters mit Starkregen.

 

Vermisst wurde beim Motorsport Festival am Lausitzring Anfang Juni Yamaha-Pilot Max Neukirchner, der sich bei einem Sturz im Rahmen von Testfahrten eine üble Beinverletzung zugezogen hat, nicht nur von seinem Team um Michael Galinski und von seinen Fans, sondern auch von Mathieu Gines. «Shit», lautet die kurze aber aussagekräftige Stellungnahme des Franzosen. «Für ihn, für die Meisterschaft und auch für mich. Denn ich hätte den Kampf um den Titel gerne mit ihm auf der Strecke ausgetragen. Max war für mich auch ein enormer Ansporn.»

 

Langweilig dürfte es Mathieu Gines auf der Strecke aber auch in Zukunft nicht werden. Mit Marvin Fritz steht bereits der nächste Yamaha-Pilot in den Startlöchern, der dem BMW-Konkurrenten das Leben schwer machen möchte. «Es gibt neben Max auch andere gute Fahrer, das hat man bei Marvin Fritz ja am Lausitzring gesehen», ist sich Gines bewusst beim Blick auf Fritz’ erste Pole-Position. «Ich lerne mein Team und vor allem mein Motorrad immer noch kennen. Es sind ja erst drei Veranstaltungen vorbei. Fritz hat zwar von der Superstock 1000 in die Superbike gewechselt, aber Motorrad und Team sind ihm schon vertraut. Ich rechne mit ihm.»

 

Vom 8. bis 10. Juli 2016 geht es im belgischen Zolder weiter im Takt der SUPERBIKE*IDM. Bei Testfahrten, zwei Rennen inklusive, standen sich Fritz und Gines dort bereits vor wenigen Wochen das erste Mal mit ihren Superbikes gegenüber. 1:1 ging der erste Schlagabtausch aus. Einmal stand Fritz ganz oben auf dem Treppchen, das andere Mal Gines. Es bleibt spannend.

 

Foto: © Regina Wießmann

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