Lucy Glöckner: Eine Frau fährt nach oben

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Am Rennwochenende der SUPERBIKE*IDM im belgischen Zolder gelang der Superstock-Pilotin Lucy Glöckner vom Team Wilbers BMW ein historischer Erfolg. Mit ihrer BMW HP4 fuhr die gebürtige Sächsin, die inzwischen ihre Zelte in der Teambasis in Nordhorn aufgeschlagen hat, in beiden Läufen der IDM Superstock 1000 jeweils den Sieg ein. Und das auf einer Strecke, die von aussen betrachtet, eher was für harte Jungs ist. Doch Glöckner hat bewiesen, dass auch sie in der hart umkämpften Klasse inzwischen zu den Titelkandidaten gehört.

Im Interview mit SUPERBIKE*IDM erzählen ihre Weggefährten der diesjährigen Saison, wer hinter der Doppelsiegerin steckt.

Benny Wilbers, Teamchef bei Wilbers BMW: «Es war Liebe auf den ersten Blick»
Für mich ist Lucy in unserem Team auch ein emotionaler Gewinn. Erst dieser Tage habe ich erzählt, wie ich sie vor drei Jahren im Fahrerlager vom Sachsenring besucht habe. Ich hatte mir da schon eine Weile angeschaut, was sie auf der Strecke so macht und habe dann rumgefragt, wer ist diese Lucy? Dann kam da ein schüchternes Mädchen aus ihrer Höhle raus und ich habe ihr einen Test mit unserer  BMW angeboten. Ihre Antwort war zwar ja, aber sie meinte, sie könne jetzt die ganze Nacht nicht mehr schlafen. Zwei Wochen später war der Test und wir haben uns geeinigt. Es war quasi Liebe auf den ersten Blick. Bereits im Herbst 2013 habe ich den Vertrag mit ihr um weitere drei Jahre verlängert. Sie passt gut zu uns und tut auch dem Sport gut. Ich glaube sicher, dass sie eines Tages WM fährt, denn sie hat das Talent dazu. Sie ist inzwischen ein Teil der Familie. Sie arbeitet und wohnt bei uns und alles macht sie mit grosser Freude.

Gerhard Lindner, Betreuer von BMW Motorrad für das HP4 Projekt: «Ich bin ihr grösster Fan»
Lucy ist hochtalentiert und einfach anders als andere Rennfahrer. Sie ist sehr lernbegierig und hört zu, wenn man was zu ihr sagt. Ausserdem denkt sie nach. Ausreden gibt es bei ihr nicht, den Fehler sucht sie immer zuerst bei sich. Ich kann toll mit ihr arbeiten. Da sie nicht so gross ist, hat sie einige Nachteile beim Hang-Off in den Kurven und muss daher schräger fahren als andere. Sie muss daher ein wenig anders fahren. Gemeinsam überlegen wir, wie wir Probleme lösen. Wir haben viele Kleinigkeiten verbessert und sie hat auch fahrerisch viel gelernt. Ausserdem ist sie immer gut drauf. Und wenn nicht, ist es auch schnell wieder gut. Sie hat einfach eine positive Grundeinstellung. Sie will noch viel mehr erreichen. So talentiert wie sie ist, so ehrgeizig ist sie auch. Ausserdem bringt sie technisches Verständnis mit und versteht die physikalischen Zusammenhänge. Sie ist zu 95 Prozent eine fertige Rennfahrerin. Das letzte Prozent wird das schwerste. Aber Zolder war schon eine Demonstration. Ich war zutiefst beeindruckt.

Stefan Nebel, Superbike-Teamkollege: «Es ist toll, was sie macht»
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Mit ihr kann man auch neben der Rennstrecke entspannt quatschen und Spaß haben. Ich finde es toll, wie sie fährt und sich durchbeisst. Sie hat einfach einen anderen Charakter als andere Mädels. Sie ist ja noch sehr jung und wir reden auch viel übers Fahren. Auch über Fehler. Aber sie ist immer gewillt, Dinge besser zu machen. Manche Dinge muss sie sicherlich noch lernen. Aber wenn man bedenkt, wie kurz sie erst dabei ist, ist das toll was sie macht.

 

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