Gürck/Wechselberger holen vorzeitig Sidecar-Titel

Vier Seitenwagenteams hatten bis vor kurzem noch die Chance auf den deutschen Meistertitel 2015. Im Jahresendspurt ging es etwas drunter und drüber und schließlich wurde jenes Team Meister, das die Gesamtwertung seit Saisonbeginn anführte. Uwe Gürck und Manfred Wechselberger (Polizeisportverein Wels Gürck Racing) bauten mit souveränen Leistungen Schritt für Schritt ihre Führung aus. Zuletzt entschied sich das Team gegen einen Start in der Seitenwagen-WM, der Termin kollidierte mit dem Rennwochenende in Schleiz. Die Rechnung ging auf. Mit dem zweiten Platz konnten Gürck/Wechselberger erneut Boden gutmachen. Jetzt sollte es in Assen so weitergehen, damit beim Finale in Hockenheim nicht mehr viel schiefgehen konnte. Dass die Meisterschaft direkt in Assen entschieden würde, hätte das Gespann aber nicht erwartet.

Zum Favoritenkreis im Kampf um den Titel zählten Andre Kretzer und Jens Lehnertz (MSC Freier Grund e.V. im ADAC). Das Team konnte nach einem Sturz in Schleiz jedoch gar nicht punkten und aufgrund einer Handverletzung des Fahrers musste auch das Rennen in Assen ausfallen. Die Meisterschaft war für das junge Team damit gelaufen. Da Mike Roscher und Anna Burkard (RSC Roscher/Burkard) sich im Gegensatz zu Gürck/Wechselberger am vergangenen Wochenende für den WM-Start in Assen entschieden, konnten auch sie auf den letzten Metern nicht mehr um den Titel mitkämpfen. Nun lag die Entscheidung zwischen Gürck/Wechselberger und Josef Sattler mit Uwe Neubert (Sattler Motorsport). Sattler ist der Champion 2014 und musste in dieser Saison einige Rückschläge hinnehmen. Zuletzt lief es für Sattler/Neubert in Schleiz perfekt, das Team fuhr einen überlegenen Sieg gegen Gürck/Wechselberger ein. Auch im Sprintrennen am Samstag in Assen setzten sich Sattler/Neubert vor Gürck/Wechselberger. Dass die niederländischen Gaststarter Bennie Streuer und Geert Koerts überlegen gewannen, tat für die Meisterschaft nichts zur Sache.

Im Rennen am Sonntag über die volle Distanz von 14 Runden waren es wieder Gürck/Wechselberger, Sattler/Neubert und Roscher/Burkard, die sich einen starken Fight lieferten. Doch in der siebten Runde vermasselte Sattler/Neubert ein technischer Defekt den Titelkampf. Das Team musste an die Box und konnte das Rennen nicht wieder aufnehmen. Gürck/Wechselberger holten zwar die Gäste Streuer/Koerts nicht mehr ein. Doch sie fuhren den zweiten Platz sicher nach Hause und verbuchten die volle Punktzahl für das Meisterschaftskonto. Damit sind Uwe Gürck und Manfred Wechselberger die deutschen Sidecar-Meister 2015. „Ich habe auf der Strecke gar nichts mitgekriegt. Auch nicht, dass Sepp an die Box musste. Wir sind volles Rohr gefahren“, sagte Gürck. „Gestern fand ich keinen Rhythmus und habe schon an mir gezweifelt, weil ich einfach nicht zurechtgekommen bin. Und heute hat plötzlich alles wieder gepasst. Jetzt sind wir deutscher Meister – das ist ein Traum. Tausend Dank an unser Team, das uns so tatkräftig unterstützt hat. In Hockenheim werden wir jetzt entspannt auf Sieg fahren und am Montag danach ist Feiertag.“

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