Eemeli Lahti: Mit Vollgas aufs Podium

Nach der Podiums-Zeremonie beim Superstock 600-Lauf im niederländischen Assen war Eemli Lahti ein wenig blass um die Nase und der Teenager musste sich erst einmal setzen. Er hatte gerade seinen ersten SUPERBIKE*IDM-Pokal entgegen genommen, bei seinem vierten IDM-Rennen überhaupt und war von sich selber wohl ein klein wenig überrascht. Im Team Suzuki Stoneline-Mayer war er auf dem Schleizer Dreieck und in Assen für den verletzten Kane Burns eingesprungen. Den Kontakt zum Team aus Passau hatte der ehemalige Supersportmeister Tatu Lauslehto, wie Lahti aus Finnland, hergestellt.

«Er ist einer der talentiertesten Fahrer, die wir in Finnland haben», lautete Lauslehtos Empfehlung. Dass Lahti Feuer im Rennfahrerhintern hat, hatte der 19-Jährige bereits auf dem Schleizer Dreieck gezeigt, als er beim Rennen am Sonntag mal flott in Führung ging. Ins Ziel gebracht hat er das Ergebnis noch nicht. Aber das war nur eine Frage der Zeit.

Für Lahti war der Schleiz-Ausflug zur SUPERBIKE*IDM das erste Rennen des Jahres. Der Finne war im Vorjahr noch beim FIM Superstock 600 Cup unterwegs, konnte aber 2016 keine komplette Saison auf die Beine stellen. «Ich war stattdessen sechs Monate bei der finnischen Armee», erklärt er die Rennsport-Pause. «Seit Juni habe ich das jetzt hinter mir und konnte anschließend einen Test in meiner Heimat einschieben, bevor es mit dem Team von Werner und Thomas Mayer erst zum Testen ins tschechische Most und dann nach Schleiz und Assen ging.»

Die Suzuki GSX-R 600 kannte er schon aus dem letzten Jahr. «Doch die IDM-Suzuki ist doch ein klein wenig anders», schildert er. «Aber Tatu Lauslehto war bei den letzten beiden Rennen dabei und den kann ich alles fragen, denn er kennt das Motorrad ja aus den letzten beiden Jahren.» Die Strecke von Schleiz musste Lahti im Regen kennenlernen und freundete sich erst langsam mit der Naturrennstrecke an. Doch lange dauerte die Eingewöhnungsphase nicht. Auch mit den Fahrern machte sich der Finne rasch vertraut und ließ es sich in Schleiz nicht nehmen, trotz seines Ausrutschers, bei der Siegerehrung aufzutauchen und jedem seiner Mitstreiter persönlich zu gratulieren.

Eemeli Lahti im Gespräch mit Tatu Lauslehto
Eemeli Lahti im Gespräch mit Tatu Lauslehto

In Assen konnte er sich den Weg sparen. Er hatte Fahrerkaliber wie einen Kevin Wahr, ehemaliger Deutscher Supersport-Meister und mit reichlich Erfahrung in der WM, hinter sich gelassen, den dritten Rang erobert und durfte mit Bryan Schouten und Thomas Gradinger aufs Podest steigen. Allzu gerne würde er das Kunststück auch Mitte September beim nächsten Rennen auf dem Lausitzring, das im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft stattfindet, wiederholen. Seine Chancen bezeichnet er mit Fifty-Fifty. Auch das Team Suzuki Stoneline-Mayer wäre nicht abgeneigt. Gemeinsam will man nun versuchen, die Finanzierung auf die Beine zu stellen.

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