Dubbink und Soppe siegen für Tonnie

Ernst Dubbink hatte sich etwas vorgenommen. Auf dem TT Circuit Assen wollte er seinen Kontrahenten Jonas Geitner in die Knie zwingen. Hier auf seiner Heimstrecke sollte der erste Saisonsieg her. Für seine Freunde, seine Fans, seine Sponsoren im Allgemeinen und für eine Person im Besonderen: Tonnie Schuttevaar. Der Mechaniker hat Ernst Dubbink im Motorradsport begleitet, seit er denken kann. Immer stand er ihm mit Rat und Tat zur Seite. Auch am Wochenende war Schuttevaar in der Nähe seines Schützlings. Doch dieses Mal wollte Dubbink etwas für seinen Meister tun. Denn Schuttevaar hat Krebs. Er wurde mit dem Krankenwagen zum Ring gebracht. Vielleicht war es das letzte Rennen, das er miterleben kann. Für Tonnie den Sieg holen, in dieser Mission startete nicht nur Dubbink, sondern auch Walid Soppe (beide Ernst Dubbink Eveno racing) in das Moto3-Rennen.

Doch zunächst war es Jonas Geitner (Freudenberg Racing Team), der sich an die Spitze setzte. Dubbink blieb ihm dicht auf den Fersen. Dahinter kamen bereits Geitners Teamkollege Tim Georgi und Walid Soppe, die den ersten Platz in der Standardwertung ausfochten und den anderen GP-Kandidaten auf und davon fuhren. Standard-Fahrer Philipp Freitag (F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt) wollte ebenfalls bei den beiden mitmischen. Doch er kam nicht richtig an GP-Pilot Martin Gbelec (Ariane Racing Factory) vorbei. Freitag verlor durch den andauernden Zweikampf viel Zeit und konnte nicht zu den anderen aufschließen. In der siebten Runde ging Georgi an Soppe vorbei. Zwei Runden später konterte Soppe und auch Dubbink übernahm das Kommando.

Beide Wertungen waren nun in niederländischer Hand. Die vier Spitzenpiloten blieben jeweils eng zusammen. In der vorletzten Kurve lagen Soppe und Georgi auf gleicher Höhe und Georgi machte sich schon breit, um den Sieg nicht mehr zu vergeben. Doch da sprang ihm der Gang raus und Soppe zog vorbei. Auch Geitner versuchte nochmals eine Attacke auf Dubbink, kam aber nicht an ihm vorbei. Dubbink siegte vor Geitner und Gbelec. Soppe gewann die Standardwertung vor Georgi und Freitag. „Die letzten zwei Runden ist es sehr knapp geworden“, sagte Ernst Dubbink. „Aber als Jonas nochmal an mir vorbei wollte, habe ich dicht gemacht. Ich musste heute gewinnen. Für Tonnie.“ Walid Soppe pflichtete seinem Teamkollegen bei. „Obwohl ich aus Assen komme, ist das hier gar nicht mein Track. Es war nicht einfach für mich. Aber jetzt haben wir es geschafft. Ernst und ich haben für Tonnie zwei Pokale gewonnen.“

 

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