Chef, Vorgänger und Konkurrenten über Maurice Ullrich

Heute feiert Maurice Ullrich seinen 17. Geburtstag. Eines der schönsten Geburtstagsgeschenke hat sich der SUPERBIKE*IDM-Pilot aus dem Superstock 600-Team Räth/Romero Yamaha schon vor drei Wochen selber gemacht. Bei seinem gerade Mal zweitem Einsatz in der SUPERBIKE*IDM fuhr der Aufsteiger aus dem Yamaha R6-Dunlop-Cup seinen ersten Sieg ein und übernahm damit auch gleich die Führung in der Meisterschaft. Auch wenn ihm die Konkurrenz mit Christian Stange (Kawasaki) und Bryan Schouten (Yamaha) in der Punktetabelle auf den Fersen sind, hat sich der Neueinsteiger gleich mal in Richtung Titelkandidat chauffiert. Seine nächste Talentprobe gibt der Yamaha-Pilot Anfang Juli im belgischen Zolder ab. Vorher versuchen ehemalige und aktuelle Weggefährten von Maurice Ullrich, zu beschreiben, wie der aktuelle Spitzenreiter so tickt.

Diego Romero, Teamchef im Team Räth/Romero Yamaha:
«Maurice ist seinem Alter, er ist ja gerade 17 geworden, weit voraus. Er ist für sein Alter sehr reif und das macht es einfach, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist pflegeleicht. Ich hatte schon viele gute Fahrer in meinem Team. Aber ihm traue ich so einiges zu. Wenn er nach seinem Jahr bei mir in gute Hände kommt, kann da richtig was draus werden. Natürlich fehlt es überall noch ein wenig an Erfahrung, das ist ja normal in dem Alter. Inzwischen hat er unter anderem erkannt, wie wichtig das Auswerten und Verstehen der Data-Recording-Aufzeichnungen ist und er ist erpicht darauf, es zu lernen. Er versucht, einfach alles rauszuholen. Konkrete Schwachstellen sehe ich keine und die Erfahrung kommt nach und nach.»

Jan Bühn, amtierender Meister der Supersport 600 und Ullrichs Vorgänger im Team Räth/Romero:
«Wir haben uns Anfang der Saison 2015 kennengelernt und seitdem hat er sich enorm gesteigert. Er hat in den ersten vier Saisonrennen eine sehr starke Leistung abgeliefert und mit dem Sieg auf dem Nürburgring gezeigt, was er kann. Klar, bin ich da mit meinem Nachfolger zufrieden und ich freue mich auch für mein letztjähriges Team. Ich denke, wenn er weiter so konstant in den Rennen fährt, hat er gute Chancen, Meister zu werden. Diego Romero ist ein sehr ruhiger, gelassener Typ, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt und das ist bei uns hitzköpfigen Rennfahrern wichtig. Außerdem hat er eine enorme Erfahrung und schon mit vielen schnellen Jungs wie Herbert Kaufmann und Kevin Wahr zusammengearbeitet.»

Thomas Thierolf, Pirelli:
«Kennengelernt habe ich Maurice bei unserem Fünf-Tages-Frühjahrstest in Almeria/Spanien. Er ist nicht gerade der introvertierte Typ. Für seine knapp 17 Jahre sehr selbstbewusst aber ohne überheblich zu sein. Schon nach zwei Tagen war klar zu sehen, dass er sehr schnell auf der 600er unterwegs ist. Er ist sehr fokussiert, wenn er auf dem Motorrad sitzt und weiß schon ziemlich genau, was er am Motorrad verändern muss, um es auf seine Bedürfnisse abzustimmen. Deshalb konnten wir ihn auch für unsere Reifen-Tests in Almeria einsetzen, er konnte klare Aussagen über das Fahrverhalten der Reifen treffen. Die Konkurrenz in der IDM Superstock 600 ist dieses Jahr groß und auf einem ziemlich hohen Niveau. Ich denke, wenn er nicht aufhört, weiter zu lernen und an sich zu arbeitet, können wir noch einiges von Ihm erwarten.»

Bryan Schouten, MVR-Racing:
«Ich kenne Maurice schon lange, aber Rennen bin ich gegen ihn vorher noch nie gefahren. Er ist ein aggressiver aber sauberer Fahrer. Wir hatten keine wirklich harten Kämpfe, aber er ist jemand, der auf keinen Fall nachgibt, wenn ich versuche, an ihm vorbei zu kommen. Ich fahre gerne mit ihm zusammen und ich mag wie er auf der Strecke um seinen Platz kämpft. Wie gesagt, er ist echt fair und das mag ich, aber wenn er eine Lücke sieht, versucht er’s. Da gibt’s andere, die versuchen immer, an einem vorbeizukommen, egal ob da eine Lücke ist oder nicht. Aggressiv ist vielleicht nicht das richtige Wort. Er versucht einfach immer, zu überholen, ohne dabei Mist zu bauen. Auch wenn andere ihn überholen wollen, lässt er genug Platz, ohne dabei Platz zu verschenken.»

Christian Stange, Weber-Diener Racing Team:
«Ich kenne ihn schon lange, aber eher nur so vom Sehen. Auf dem Nürburgring habe ich ihn jetzt das erste Mal näher kennengelernt. Auf der Strecke merkt man, dass er schon seine Erfahrungen mit den grossen Motorrädern gesammelt hat. Ich habe den Eindruck, dass er ein lockerer Typ ist.»

Die bisherigen Stationen von Maurice Ullrich:

 

30.05.1999
Geburtstag

 

2003-2010
Motocross

 

2010
MiniBike

 

2011
Deutsche Rundstrecken Championship GP 125 (7. Platz)
Internationale Zweitakt Meisterschaft GP 125 (6. Platz)
Red Bull Rookies Cup Selection als jüngster deutscher Teilnehmer

 

2012
Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft – 125ccm (10. Platz)
Deutsche Rundstrecken Championship – GP 125 (1. Platz)
Internationale Zweitaktmeisterschaft – IGK GP 125 (1. Platz)
GP3 Junior Moriwaki Cup – GP3 250 (2 x Gaststart)

 

2013
GP3 Junior Moriwaki Cup – GP3 250

 

2014
Yamaha R6-Dunlop-Cup (5. Platz)

 

2015
Yamaha R6-Dunlop-Cup (2.Platz)

 

2016
Superstock 600
Team Räth Romero auf Yamaha R6

 

 

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