Bryan Schouten: «SUPERBIKE*IDM ist wie Zuhause»

Fast wäre die Karriere von Bryan Schouten zu Ende gewesen, bevor sie so richtig angefangen hatte. Inzwischen ist der Niederländer 21 Jahre alt und fängt nach zwei harten Jahren nochmals von vorne an. Mit dem Team MVR-Racing ist Schouten in dieser Saison in die SUPERBIKE*IDM zurückgekehrt und startet mit einer Yamaha R6 in der Superstock 600-Klasse.

Schon im Jahr 2013 war Bryan Schouten erfolgreich in der IDM Moto3 unterwegs und hatte zusätzlich noch den Vizetitel in der Spanischen Moto3-Meisterschaft eingefahren, als er einen Vertrag für die Motorrad-Weltmeisterschaft 2014 ergatterte. Doch die Zusammenarbeit mit dem Team CIP dauerte nicht lange und die erhofften Erfolge blieben auch aus. Nach gerade mal 13 WM-Rennen trennte sich das Team von seinem Fahrer. «Vor allem mental war das ein ganz hartes Jahr», erklärt er heute. «Ich bin dann auch den Rest vom Jahr nicht mehr gefahren. Ehrlich gesagt hatte ich auch einfach keine Lust mehr.» Auch das Jahr 2015 lief alles andere als erfolgreich für Schouten, der sich in Richtung Superstock 600 versuchte. «Dann höre ich eben auf und gehe irgendwo arbeiten, waren meine Gedanken», beschreibt Schouten seine Krise. «Damals bin ich Taxi gefahren.»

Doch so ganz war das Thema für Schouten doch noch nicht abgeschlossen, der Taxifahrer-Job auch nicht unbedingt der Traum-Beruf. «Irgendwie wurde mir immer klarer, dass ich in Sachen Motorsport noch nicht alles rausgeholt, noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatte», schildert er. «Dann habe ich im Frühjahr 2015 mitbekommen, dass das Team MVR Racing einen Fahrer für die Superstock 600 EM sucht und ich habe versucht, da einen Kontakt herzustellen. Und dann ging alles plötzlich ganz schnell.» Beim Rennen in Portimao/Portugal sprang Schouten kurzentschlossen ein, auch in Jerez war er dabei.

Gegen Ende der Saison 2015 meldete sich das Team mit Schouten als Fahrer beim Finale der SUPERBIKE*IDM für die Klasse Supersport 600 an und der Niederländer rauschte mit Platz 3 aufs Podest. «Andere jubeln da ziemlich sicher», beschreibt er sein Gefühlsleben. «Aber ich habe geheult als ich da oben stand. Denn ganz ehrlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei meinem Sport noch einmal solche Freude empfinden kann.» Die Europameisterschaft wurde für dieses Jahr abgeschafft und das Team MVR schaute sich nach einer anderen sinnvollen Alternative um. In der Superstock 600-Klasse wurde man rasch fündig. Obwohl sich seit dem Weggang von Schouten im Jahr 2013 auch in der SUPERBIKE*IDM einiges getan hat, traf er doch auf einige alte Bekannte. «Schon die Final-Teilnahme in Hockenheim letztes Jahr war für mich wie Nachhause-Kommen. Ich kenne von damals noch Marvin Fritz, Luca Grünwald und Damien Raemy», erzählt er. «Wir waren vor ein paar Jahren eine echt verrückte Truppe. Da waren noch Luca Amato und Jack Miller mit dabei. Aber wir werden ja auch älter und sind inzwischen etwas ruhiger.»

Das neue Reglement der Superstock 600 kommt Schouten entgegen. «Sicherlich ist die Leistung bei einem Motorrad nach Supersport-Reglement etwas besser», weiss er. «Das kommt zum Großteil durch die Elektronik. Aber finanziell ist es ein großer Unterschied. Durch das günstigere Regelwerk ist es auch einfacher, die Klasse wieder voller zu kriegen.»

 

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