Bernd Fulk: «Die SUPERBIKE*IDM ist genau mein Ding»

Die Stimme der SUPERBIKE*IDM ist Streckensprecher Bernd Fulk nicht erst seit der Umstrukturierung der Serie im Jahr 2000. Schon vorher war der Mann, der aus Bautzen stammt und nun in der Nähe von Dresden zu Hause ist, bei der nationalen Serie als Sprecher bei jedem Rennen dabei. Der inzwischen 66-Jährige hat seinen Vertrag mit SUPERBIKE*IDM-Promoter MotorEvents auch für die kommende Saison per Handschlag verlängert und wird erneut jedes der acht Rennen stimmlich begleiten. Hauptberuflich ist Fulk für Schmierstoffhersteller Motorex im Vertrieb unterwegs. Neben dem Kommentatoren-Job bei der SUPERBIKE*IDM wird Fulk auch beim Grand Prix auf dem Sachsenring, dem Grand Prix in Brünn und beim Superbike-WM-Lauf Lausitzring zu hören sein.
Für unser Interview hat Bernd Fulk ganz tief in der Erinnerungskiste gekramt und erzählt von seinen Anfängen im Motorsport. Ein Ende ist noch längst nicht in Sicht.

 

SUPERBIKE*IDM: Kannst du dich noch an deinen ersten Kommentatoren-Job erinnern?
Bernd Fulk: Aber ja, das war Ende der 70er-Jahre, Anfang der 80er. Das war ein Kartrennen in der ehemaligen DDR. Bei uns hieß das K-Wagen-Rennen. Der eingeplante Moderator war damals nicht aufgetaucht. Ich war damals im MC Bautzen aktiv und die meinten dann, das wäre doch eine gute Idee, wenn ich den Job übernehmen würde. Von Beruf war ich damals Betriebsfunkredakteur. In einem Betrieb mit 5000 Beschäftigten, und die hatten einen eigenen Radiosender. Ich habe das damals richtig gelernt. Mit Sprachausbildung und so. Mein erster Job hat dann auch wunderbar geklappt. Das Rennen ging rund um das Gerichtsgebäude in Bautzen. Anschließend meinte man, dass ich das ab dem Zeitpunkt öfters machen sollte.

Du bist ja mal selber Rennen gefahren. Was denn genau?
Ich bin zehn Jahre Rallye gefahren. Mit einem Trabant. Der steht neu aufgebaut bei mir zu Hause im Carport und wird einmal im Jahr bewegt. Von 1975 bis 1985 bin ich gefahren. Dann bekam ich ein Angebot von unserem Partner-Club in Most (Tschechien), dort als Moderator anzufangen. Die suchten einen deutschen Sprecher. Bei der Deutschen Meisterschaft hatten wir da schon bis zu 90.000 Besucher. Dort habe ich dann alles moderiert was anfiel. Auto- und Motorradrennen.

Was ist besser, Auto- oder Motorradrennen?
Motorradrennen sind bedeutend interessanter. Bei Autorennen verdient man dagegen etwa das Dreifache. Aber Motorrad-Rennen sind einfach besser, da ist ja auch meine ganze Kundschaft unterwegs. Nach der Wende habe ich im Außendienst bei der Firma Schuh angefangen. Die hatten damals das größte private Motorradteam in Europa.

Welche Rennstrecke bietet für Dich als Sprecher das beste Equipment?
In den letzten Jahren gibt es immer mehr gute Strecke. Total Spitze ist der Sachsenring. Auch wegen der Crew, mit der ich dort seit zehn Jahren zusammenarbeite. Ebenso am Nürburgring. Auch der Lausitzring funktioniert gut. Allerdings sieht man am Nürburgring und am Lausitzring sehr wenig. Da muss man sich zu 90 Prozent auf die Monitore verlassen. Außerdem ist unser aktuelles Zeitnahme-Team perfekt. Da kriege ich alle Unterlagen so wie ich sie brauche.

Und welche Strecke ist die größte Herausforderung?
Da brauchen wir nicht drumrum reden, das ist das Schleizer Dreieck. Es gibt keine Monitore und ich kann nur das wiedergeben, was ich in der Runde, in der sie vorbeikommen, sehe. Da muss man sich schon immer was Neues einfallen lassen. Es gibt ja auch nirgendwo Kameras. Man kann aus den Rundenzeiten und den Abständen was machen. Das passiert aus dem Bauch raus. Immerhin gibt es inzwischen eine Klimaanlage. Seitdem kriege ich viel Besuch. Früher, ohne die Klimaanlage, ging es fast gar nicht. Denn das Fenster konnte ich ja auch nicht öffnen, da es sonst für das Mikro zu laut geworden wäre.

Es gibt auch langweilige Rennen. Was kommentiert man, wenn genau nichts passiert?
Bei so einem Einzelzeitfahren stütze ich mich auf meine Vorbereitungen. Das ist schwer, aber man muss reden, die Leute wollen unterhalten werden.

Hast du eine Lieblingsklasse?
Nein. Man muss ja sowieso mit allem zurechtkommen. In der Saison 2016 wird glaube ich die Superstock 1000 Klasse die größte Herausforderung für mich, denn da sind ein paar echt heiße Jungs dabei. Aber persönliche Vorlieben habe ich keine.

Welcher Kommentatoren-Job würde dich denn mal reizen?
Oh je. Keine Ahnung. Auf Formel 1 hätte ich auf jeden Fall keine Lust. Ich fühle mich in der Motorrad-Szene gut aufgehoben. Ich mache ja auch viele Messen. Und die SUPERBIKE*IDM ist genau mein Ding. Als ganz junger Mensch habe ich auch mal Modeschauen kommentiert. Das wollte ich heute auch nicht mehr machen.

Du kennst einige Fahrer schon seit Jahrzehnten. Wer hat bei dir einen besonderen Eindruck hinterlassen?
Das ist einfach. Ralf Waldmann. Mit ihm habe ich schon unheimlich viel zusammen gemacht. Zuletzt die Messe in Erfurt. Da haben wir auch über seine neue Herausforderung als Kommentator bei Eurosport geredet. Er hat ja auch bei mir schon den Co-Kommentator gemacht. Ralf ist jemand, der nicht gleich das Dollarzeichen in den Augen hat, sondern auch irgendwas einfach mal so macht. Leider wurde er dafür in der Vergangenheit auch oft ausgenutzt. Aber er hat Verständnis für die Jugend und versucht sich jetzt in seine neue Aufgabe reinzufinden. Von den aktuellen Fahrern ist es Markus Reiterberger, vor dem ich den Hut ziehe.

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