Abschied von Enrico Becker, Sorge um Kurt Hock

enrico becker 300 Klettwitz, 14.07.2014

Der Seitenwagen-WM-Lauf auf dem Sachsenring sollte am vergangenen Wochenende für Kurt Hock und Enrico einer der Höhepunkt des Jahres werden. Doch ein tragischer Unfall kostete Enrico Becker das Leben. Kurt Hock ist schwer verletzt.

Am kommenden Wochenende wollten Kurt Hock und Enrico Becker auf dem Schleizer Dreieck beim fünften IDM-Wochenende der Saison ihre Fahrt in Richtung IDM-Titel fortsetzen. Doch ihr grosser Traum vom ersten gemeinsamen Titelgewinn fand am vergangenen Samstagnachmittag auf dem Sachsenring sein jähes Ende.

Im Qualifying zum WM-Lauf verunfallten Hock/Becker schwer. Obwohl die Helfer sofort an der Unfallstelle waren, kam für Enrico Becker jede Hilfe zu spät. Der 31-jährige Beifahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Kurt Hock wurde in das Klinikum Chemnitz gebracht, wo er seit dem im künstlichen Koma liegt.

Abschied von Enrico Becker

Sei elf Jahren waren Kurt Hock (53) und Enrico Becker gemeinsam unterwegs. Für Hock, der bereits seit 35 Jahren im Motorsport aktiv ist, war Becker erst der zweite Beifahrer seiner Karriere. Die beiden verstanden sich nach den langen Jahren der  Zusammenarbeit blind. Hock, der bereits sechs Mal deutscher Vizemeister war, wollte mit Becker endlich ganz oben ankommen. Gemeinsam wollten sie sich endlich den lang ersehnten IDM-Titel holen.

Enrico Becker wurde am 24. August 1982 in Wernigerode geboren und war seit seinem 21. Lebensjahr mit Hock unterwegs. Durch seine Leidenschaft zum Seitenwagen-Rennsport hatte sich Beckers Studium in die Länge gezogen. Denn statt die Schulbank zu drücken, entschieden sich Hock/Becker jedes Jahr aufs Neue, noch eine weitere Saison dran zu hängen.

Ende des Jahres sollte es für Becker allerdings ernst werden. Seine letzten Examen und der Uni-Abschluss standen kurz bevor. «Dann werden wir sehen, wie es mit uns im nächsten Jahr weitergeht, wenn Enrico endlich mal ans Arbeiten kommt», hatte Hock noch vor kurzem gescherzt.

Für Enrico Becker werden seine Träume nicht mehr in Erfüllung gehen. Er verlor am 12. Juli 2014 sein Leben bei dem vom ihm so innig geliebten Seitenwagen-Sport.

Zustand von Kurt Hock unverändert

Neue Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand von Kurt Hock gibt die Klinik in Chemnitz derzeit nicht heraus. Hock ist weiterhin im künstlichen Koma.

Wer Kurt Hock kennt, er feierte ein gelungenes Rennen gerne mit einer Zigarette und einem kühlen Bier, weiss, dass er auf der Strecke zu einem der härtesten Kämpfer gehört. Ein Kampfgeist, der ihm hoffentlich jetzt auch durch diese schwere Zeit hindurch hilft.

Jetzt muss Hock zurück ins Leben finden. Sein Vater hatte ihn auf das Rennen am Sachsenring begleitet und steht ihm auch jetzt zur Seite. Tatkräftige Unterstützung haben in der Zeit nach dem Unfall auch die SUPERBIKE*IDM-Meister André Kretzer und Jens Lehnertz, ebenfalls am Sachsenring unterwegs, geleistet.

Am kommenden Wochenende werden die IDM-Sidecar-Piloten in Schleiz am Start stehen. Mit ihren Gedanken werde sie aber sicherlich bei ihren langjährigen Kollegen sein. Mit den Genesungswünschen für Kurt Hock und der Trauer um Enrico Becker. (Quelle: SPEEDWEEK.com)

«Wir sind tief betroffen von den Geschehnissen am Sachsenring», erklären Josef Hofmann, Josef Meier und Bert Poensgen, Geschäftsführer des IDM-Promoters MotorEvents. «Wir möchten der Familie von Enrico Becker unser herzliches Beileid aussprechen. Unsere Gedanken sind auch bei Kurt Hock, dem wir viel Kraft und eine schnelle Genesung wünschen.»

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