10 Antworten – mit Nina Prinz

prinz 10fragen 300 Klettwitz, 08.07.2014

Am kommenden Wochenende wird für Nina Prinz ein Traum wahr, den viele ihrer Kollegen auf der ganzen Welt träumen. Beim Deutschland Grand Prix auf dem Sachsenring wird die 31-Jährige erstmals in ihrer Karriere bei einem WM-Lauf an den Start gehen und mit einer Wildcard in der Moto2-Klasse ihr Debut auf der internationalen WM-Bühne geben. Nina Prinz war jahrelang in der IDM unterwegs und hat es in der Superbike-Kategorie bei dem einen oder anderen Rennen bis in die Top-Fünf geschafft. In den letzten Jahren ist sie für den katarischen Motorsport-Verband QMMF, das Pendant zum deutschen Verband DMSB, in der katarischen Superbikemeisterschaft unterwegs, welche sie in dieser Saison als Vierte beendete, hat unterwegs. Absolvierte Prinz im Vorjahr in der IDM Superstock noch einen Gaststart, so ist sie in diesem Jahr zwar nicht in die Meisterschaft eingeschrieben aber dennoch ein häufig und gern gesehener Gast an den IDM-Wochenenden. Dann chauffiert sie zwischen den Rennen am Sonntag die Fans mit dem Suzuki-Race-Taxi um den jeweiligen Kurs.

Für SUPERBIKE*IDM stellt sie sich vor ihrer Abreise zum WM-Ausflug der Schnell-Frage-Runde:

1. Katar
So ganz glücklich verlief die vergangene Saison nicht. Ich wurde am Ende Vierte. Letztes Jahr war ich Dritte und wollte eigentlich weiter vor. Die Leute dort sind top, mir fällt wirklich nichts Negatives ein. Ich hoffe sehr, dass es dort für mich auch in der nächsten Saison weitergeht. Ende April war die Saison dort ja schon fertig und die neue fängt irgendwann im Oktober wieder an.

2. SUPERBIKE*IDM
Es ist total schade, dass ich nur zu Besuch und als Taxifahrerin dabei bin. Denn ist schwer, nur zuschauen zu dürfen, es wäre mir natürlich lieber, ich könnte selber fahren. Aber die Meisterschaft entwickelt sich in meinen Augen gut. Es ist allerdings sehr schade, dass es die Moto3-Klasse dieses Jahr nicht mehr gibt. Anfang des Jahres sahen die Starterfelder auf dem Lausitzring noch etwas leer aus. Aber das wird von Mal zu Mal besser. In Schleiz werde ich wohl das ganze Wochenende vor Ort sein.

3. Taxifahrerin
Viel Kontakt habe ich zu meinen Mitfahrern ja nicht. Aber die Leute steigen immer mit einem Lächeln im Gesicht ab. Das Erlebnis muss schon der Hammer sein. Viel machen kann der Sozius hinten drauf ja nicht. Wenn ich merke, dass sie arg drücken, dann fahre ich etwas langsamer. Aber bisher waren alle tapfer.

4. Lucy Glöckner
Total geil. Einfach toll, was sie in dieser Saison zeigt. Auch die Arbeit mit dem Team scheint von aussen betrachtet harmonisch zu laufen. Ich glaube nicht, dass man sich auf der Strecke als Frau mehr wehren muss. Wenn man seine Leistung zeigt, wird man auch respektiert.

5. Suzuki
Seit ich mit Suzuki zusammenarbeite geht’s mir gut. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue drauf. Es ist eine absolut positive Erfahrung und ich hoffe sehr, dass es auch in Zukunft weitergeht. Ich komme mit den Leuten einfach toll zurecht. Es war ja nicht einfach, für die Katarische Meisterschaft ein Motorrad da runter zu kriegen. Aber wir können über alles klar reden und finden immer eine Lösung.

6. Machos
Klar gibt es auch in Katar Machos und die sind nicht anders als hier. Allerdings geht es in Katar sehr europäisch zu und die Leute, mit denen ich da zu tun habe, sind jetzt nicht extrem religiös. Die Sprüche sind da wie hier ähnlich. In Katar kommt das vielleicht nicht so rüber, weil wir ja nur englisch miteinander reden. Interessieren tut mich das nicht wirklich. In Deutschland sind die Sprüche deutlich weniger geworden. Aber es wird wohl noch lange so bleiben, dass ein besonderer Fokus darauf liegt, wenn in einer Klasse eine Frau startet. Und irgendwelche Idioten gibt es immer. Wenn ein Kerl auf dem Podest steht, habe ich es auf jeden Fall noch nicht erlebt, dass man drüber redet, ob der jetzt eine krumme Nase hat. Bei Frauen ist so was plötzlich ein Thema.

7. Zukunft
Solange es mit dem Team von QMMF alles gut funktioniert, stehen alle Möglichkeiten offen. Ohne eigene finanzielle Mittel kann man für sich selbst keine eigene Karriereplanung im Motorsport machen.

8. Wildcard
Ich bin aufgeregt wie die Sau, keine Frage. Ich sehe da die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen. Ich komme von einem Bauernhof, der in einem Dorf mit 500 Einwohnern ist. Als ich so 11, 12 Jahre alt war, habe ich Mick Doohan im Fernseher zugeschaut, wie er WM gefahren ist. Im Leben hätte ich  nicht an die Möglichkeit geglaubt, dass ich da auch eines Tages mal fahren kann. Ich will das Wochenende so gut es geht geniessen und mein Können abrufen.

9. Sachsenring
Ich habe dort gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Es gibt sicherlich Kurse, die mir mehr liegen als der Sachsenring, aber Bauchweh kriege ich deswegen keines. Das letzte Mal war ich im Jahr 2009 dort. Ein paar Testrunden vorab wären sicherlich kein Fehler gewesen. Aber jetzt ist es wie es ist. Es gibt kein Zurück mehr.

10. Drei Wünsche
Da muss ich überlegen, denn ich bin momentan relativ zufrieden. Als Erstes wünsche ich mir den Titel in der Katarischen Meisterschaft 2015. Dann wünsche ich mir, dass die Kataris so druchdrehen und mich nächstes Jahr die ganze Moto2-WM fahren lassen. Und dann wünsche ich mir Gesundheit für meine Familie und mich.

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