Superstock 600 Meister-Porträt – Bryan Schouten

Im Alten von sieben Jahren bekam der heute 21-jährige Niederländer ein Pocketbike geschenkt. Danach gab es für den Dreikäsehoch, der schon damals ein Fan von Carl Fogarty war, kein Halten mehr. In der SUPERBIKE*IDM 2012 tauchte er, wie auch schon der heutige Superbike-WM-Pilot Michael van der Mark, mit dem Dutch Racing Team in der IDM Moto3 auf. Nachdem er 2013 die ersten vier IDM Moto3 Rennen klar dominiert hatte, zog es den Niederländer in die Spanische Meisterschaft.

Seine gelungen Talentprobe brachte ihm im Jahr 2014 einen WM-Startplatz im Team CIP ein. Nach wenigen Rennen war allerdings schon wieder Schluss und die Trennung unvermeidlich. Danach musste sich Schouten erst einmal wieder berappeln und hielt sich als Taxifahrer finanziell über Wasser. Auch das Karriere-Ende stand zur Debatte. Doch ein SUPERBIKE*IDM-Gaststart 2015 in der Supersport-Kategorie weckte in Schouten alte Lebensgeister.

Mit dem Team mvr-racing gelang dem Niederländer 2016 ein fulminantes Comeback, das nach sechs Siegen und drei zweiten Plätzen im Gewinn der Meisterschaft gipfelte. Bis zum Schluss musste sich Schouten mit Kawasaki-Pilot Christian Stange duellieren und die beiden Superstock 600-Piloten bescherten den Fans einen Titelkampf bis zum letzten Rennen der Saison.

Nach der Siegesfeier gibt Bryan Schouten nun einen Einblick in sein Leben, auf und neben der Rennstrecke.

1. Dein Motorrad?
Schatzi. Quatsch, das war ein Witz. Sie heißt ganz einfach Motorrad, ist eine Yamaha und ist blau.

2. Die beste Strecke?
Der Nürburgring. Da habe ich ein gutes Gefühl. Die Strecke passt gut zu mir und meinem Fahrstil. Den großen Kurs aus der Superbike-WM Zeit kenne ich leider nicht so richtig, weil wir den bei der SUPERBIKE*IDM ja nicht fahren. Das Gefühl mit dem Motorrad auf der Strecke ist einfach gut. Die Ergebnisse haben da auch immer gepasst.

3. Links- oder Rechtskurven?
Das ist ganz verschieden. Der einzige wirklich Unterschied ist der, dass ich in Rechtskurven mit dem Hintern mehr am Boden bin, mehr neben dem Moped. Aber eigentlich ist mir das egal. Man muss in allen Kurven schnell sein.

4. Bremsen oder Beschleunigen?
Beides. Das eine geht nicht ohne das andere.

5. Wem folgst Du auf Instagram?
Enrique Iglesias. Bei dem war ich 2014 auf einem Konzert und das war super. Meiner Freundin folge ich auch. Leider sehen wir uns nicht sooft.

6. Der beste Film aller Zeiten?
Als ich 11 oder 12 Jahre alt war, habe ich mich mal in den Film The Grudge – Der Fluch geschlichen. Das ist ein Horrorfilm, der erst ab 18 freigegeben ist. Da habe ich mich so erschrocken, dass ich ewig gar nichts mehr geschaut habe. Wenn ich heute was schaue, dann meist Komödien.

7. Blond oder braun?
Ich habe blond versucht, braun ist besser.

8. Fisch oder Fleisch?
Auf jeden Fall Fisch. Lachs, Lachs, Thunfisch, Lachs, Thunfisch. So etwa in der Reihenfolge. Aber nie Hering.

9. Sekt oder Selters?
Sekt zum Verspritzen auf dem Podest, zum Trinken gerne mal ein Bier. Wasser nur zum Pippi machen.

10. Strand oder Berge?
Berge, ganz klar. Seit ich 2 Jahren alt bin, war ich in Österreich unterwegs. Wenn es geht, fahren wir drei, vier Mal im Jahr nach Ladis. Da freue ich mich immer drauf. Meine Freundin habe ich auch da kennengelernt.

11. Lokomotivführer oder Cowboy?
Schon immer Rennfahrer. 1999 habe ich gesehen, wie Carl Fogarty Weltmeister geworden ist. Ab da wollte ich das auch.

12. MotoGP-Idol?
Valentino Rossi. Es gibt keinen anderen.

13. Superbike-WM oder MotoGP?
Die Superbike-WM. Das ist es gemütlicher. Ich bin ja schon Moto3-WM gefahren. Aber bei der Superbike-WM gefällt es mir besser. Da kann mit den anderen Fahrern reden, die kutschieren mit ihren Kindern durchs Fahrerlager. Im GP-Paddock ist jeder wahnsinnig wichtig unterwegs.

14. Abergläubisch?
Schon. Ich steige zuerst mit dem rechten Bein in die Kombi. Dann der Rest links. Handschuh und Stiefel.

15. Serien-Junkie?
Da fällt mir nichts ein. Oder zählen auch alle F1 Spiele ab 2011. Dann ja. Aber nur zum Zocken, nicht zum Gucken.

16. Laufen oder Radfahren?
Normalerweise Rad. Aber ich mache auch Kickboxen, dadurch bin ich angriffslustiger und fokussierter.

17. Skifahren oder Surfen?
Skifahren. Am liebsten Aprés-Ski.

18. Karibik oder Asien?
Am liebsten im eigenen Bett schlafen. Ich mag beides nicht. Wenn, dann wohl Karibik sagt mein Freund hier gerade neben mir.

19. Wohnmobil oder Hotel?
Das hängt davon ab, wie das Bett ist. Mein Bett im IDM-LKW ist perfekt. Für das IDM-Finale in Hockenheim hatte ich mir ein Hotelzimmer genommen, weil ich da mehr Ruhe hatte.

20. Der beste Song vor dem Rennstart?
Ich höre nie Musik vor dem Rennen. Wenn, dann «Not afraid» von Eminem.

21. Dunkles Visier oder helles?
Wenn das Rennen so spät ist, wie auf dem Hockenheimring braucht man schon ein helles Visier. Aber normalerweise fahre ich ein dunkles.

22. Beim wem fährst du hintendrauf mit?
Da muss ich aber lange überlegen. Bei Chris Stange vielleicht?

23. Bei wem auf gar keine Fall?
Bei Chris Stange vielleicht? Ne Quatsch. Normalerweise traue ich mich bei jedem hinten drauf mitzufahren.

24. Grossstadt oder Landluft?
Sicher keine Grossstadt. Aber so ganz auf dem Land auch nicht. Sowas dazwischen.

25. Kann ich super?
Viel quatschen, wenn ich nicht nervös bin. Seine Freundin antwortet spontan: Alles.

26. Kann ich gar nicht?
Viel quatschen, wenn ich nervös bin. Die Antwort seiner Freundin: putzen.

27. 2017?
Noch keine Ahnung. Das ist under investigation.

 

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