Marvin Fritz: Das Superbike-Meister-Porträt

So wirklich gerechnet hatte wohl keiner mit dem Titelgewinn von Marvin Fritz und seinem Team Bayer-Bikerbox Langenscheidt in der höchsten Klasse der SUPERBIKE*IDM. Noch nicht mal er selber. «Wir dachten schon, dass ich ab und an aufs Podest fahre», erklärt der Mann aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. «Wir wollten die da vorne halt ein wenig ärgern.»
Am Ende der Saison hatte Fritz mit seiner Yamaha R1M acht der 16 möglichen Siege geholt und konnte sich schon beim vorletzten Renn-Wochenende auf dem Lausitzring als neuer Meister und Nachfolger von Markus Reiterberger feiern lassen. Seinen ersten Titel hat der 23-Jährige in dieser Saison nicht geholt. Im Jahr 2005 hieß der Sieger im ADAC Junior Cup Marvin Fritz. Danach ging es, Rückschläge inklusive, weiter im Programm. 2014 ging es erstmals mit dem Team Bayer-Bikerbox in eine komplette Saison und gemeinsam holte man auch in der IDM Supersport den Titel. In diesem Jahr nun der bisherig Höhepunkt seiner Laufbahn mit dem Titel im höchsten deutschen Motorradsport-Prädikat.

 

Im Interview mit Marvin Fritz gibt er uns die Möglichkeit, ihn ein wenig besser kennenzulernen. Auch abseits der Rennstrecke.

1. Dein Motorrad?
Sie heißt Sabine, wegen der Lackierung und der Biene Maja. Und sie ist natürlich die beste.

2. Die beste Strecke?
Hockenheim. Heimstrecke und immer viele Leute vor Ort, und es lief da für mich immer gut.

3. Links- oder Rechtskurven?
Links. Ich nehme nur in Linkskurven die Hinterrad-Bremse. Links rum habe ich einfach ein besseres Gefühl.

4. Bremsen oder Beschleunigen?
Beschleunigen. Mit einer 1000er muss man halt viel arbeiten, damit das Vorderrad auf dem Boden bleibt.

5. Wem folgst Du auf Instagram?
Rihanna. Die stellt immer gute Videos ein.

6. Der beste Film aller Zeiten?
Den Film über Jorge Lorenzo schaue ich öfters an. Aber ich bin kein Hollywood-Fan und habe vielleicht ein oder zwei Mal in der Woche den Fernseher an.

7. Blond oder braun?
Ich darf jetzt nur braun sagen, sonst gibt’s Ärger.

8. Fisch oder Fleisch?
Fleisch. Am liebsten ein Steak, leicht blutig.

9. Sekt oder Selters?
Sekt nicht so gerne. Der steigt mir gleich in den Kopf.

10. Strand oder Berge?
Strand. Zum Beispiel Gabicce Monte bei Misano. Da war ich mit Luca Grünwald und den anderen Verrückten schon öfters zum Radfahren.

11. Lokomotivführer oder Cowboy?
Lieber Cowboy.

12. MotoGP-Idol?
Jorge Lorenzo. Wegen seines Fahrstils und wie er diese Konstanz abruft. Einfach ein Tier. Als Kind natürlich Valentino Rossi.

13. Superbike-WM oder MotoGP?
Normalerweise die MotoGP. Aber in meiner momentanen Situation eher die Superbike-WM, denn die ist mein Ziel.

14. Abergläubisch?
Ja sehr. Ich ziehe alles erst auf der rechten Seite an. Ansonsten ziehe ich alles wieder aus und fange von vorne an.

15. Serien-Junkie?
How I met your mother. Das geht schon mal.

16. Laufen oder Radfahren?
Laufen. Das geht irgendwie schneller. Mit guter Musik, dann passt das.

17. Skifahren oder Surfen?
Skifahren habe ich schon immer gemacht. Surfen dagegen noch nie.

18. Karibik oder Asien?
Karibik. Da war ich noch nie. Asien auch nicht.

19. Wohnmobil oder Hotel?
Auf jeden Fall Wohnmobil. Ich mag es, abends noch mit dem Team zusammen zu sitzen und ich will nicht so früh ins Hotel abhauen.

20. Der beste Song vor dem Rennstart?
Ich höre keine Musik vor dem Rennen.

21. Dunkles Visier oder helles?
Immer dunkles. Auch im Regen, da sieht man weniger.

22. Beim wem fährst du hintendrauf mit?
Würde ich nie machen, bei keinem. Als Kind bin ich mal beim Papa mitgefahren.

23. Bei wem auf gar keine Fall?
Beim Papa.

24. Grossstadt oder Landluft?
Landluft. Stadt geht auch mal als Kurz-Trip. Aber ich lebe lieber auf dem Land mit einer schönen Cross-Strecke hinterm Haus.

25. Kann ich super?
Spätbremsen.

26. Kann ich gar nicht?
Diese Antworte übernimmt seine Mechanikerin Michaela Ruff: Sich was merken. Hundert Mal sag ich ihm vor dem Training, dass er neue Bremsbeläge drin hat. Er vergisst’s trotzdem.

27. 2017?
Am liebsten in die FIM Superstock 1000 EM und auf jeden Fall weiter mit Yamaha und dem YART-Team in der Langstrecken-WM.

 

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