Felix Bauer: «Ich will in die Top Ten»

Im Jahr 2007 ging es für Felix Bauer mit Supermoto-Rennen los. Drei Jahre später trat er zusätzlich gemeinsam mit seinem Vater Gerhard in der Langstrecke an und schon nach einem Jahr ging es für Bauer junior ganz weg von den Supermotos, rauf auf die Straße. Mit einer Honda CBR600RR war er erst im Seriensport unterwegs, 2012 erfolgte der Einstieg in die SUPERBIKE*IDM. Und seither ist das Vater-Sohn Gespann ein fester Bestandteil der Meisterschaft.

Nach drei Jahren in der Supersport 600 Kategorie tastete sich der Honda-Pilot im Vorjahr an die grössere Klasse heran und ist in diesem Jahr fest eingeschrieben in die Superstock 1000 Klasse. Vor dem Start in die SUPERBIKE*IDM-Saison 2016 gewährt Bauer einen Blick hinter die Kulissen seines Teams und seiner Familie.

Du bist im Jahr 2015 nur drei Rennen in der Superstock 1000-Kategorie gefahren. Was war letztes Jahr los und wie sehen die Pläne für diese Saison aus?
Genau, letztes Jahr bin ich die Rennen am Nürburgring, in Schleiz und in Hockenheim gefahren. Ich hatte damals mein Studium begonnen und es war noch nicht so ganz klar, wie das Zusammenspiel klappt. Unser Plan war eben der Umstieg von der 600er auf die 1000er. Außerdem muss man ja auch immer auf die Finanzen schauen. Der Plan für 2016 steht. Bei fünf SUPERBIKE*IDM-Wochenenden kann ich sicher dabei sein. An einigen Freitagen habe ich im Rahmen meines Maschinenbau-Studiums aber Pflichtveranstaltungen. Und erst samstags zu den Rennen fahren? Das wäre doch schwierig.

Dein Vater Gerhard Bauer war zwei Mal Deutscher Meister. Wo und wann war das genau?
Das ist schon ein bisschen her und war in der Klasse bis 50 cc. In der WM stand er in Hockenheim sogar mal auf dem Podest und war am Ende des Jahres glaube ich unter den Top-Ten. Aber er geht damit nicht hausieren. Das war alles vor meiner Geburt. Irgendwann zwischen 1979 und 1981. So irgendwann. Er fuhr auf einer Kreidler. Im Yamaha-Cup war er auch einmal dabei. Danach fuhr er in der Klasse bis 80 cc und Anfang der 2000er Jahre sogar mal in der IDM Supersport dabei. Die IDM-Jahre habe ich noch mitgekriegt. Mittlerweile gibt es ja viele Klassik-Veranstaltungen, bei denen auch mit 50 cc-Motorrädern gefahren wird. Aber das ist nichts für meinen Vater. Wenn, dann würde er doch auch was Moderneres steigen.

Der elterliche Betrieb ist ein Honda-Handel. Kam da für dich jemals der Gedanke an einen Markenwechsel auf?
Nein. Wir sind Honda-Vertragshändler und das wäre eine schlechte Werbung, wenn ich auf etwas anderem fahren würde. Da gab es nie eine Debatte.

Die Honda Fireblade, die du dieses Jahr einsetzt, ist nicht mehr das neueste Modell. Was ist da technisch noch möglich?
Vom Superstock-Reglement sind wir ja alle gleich eingeschränkt. Wir dürfen jetzt auch nicht mehr, nur weil wir ein älteres Modell haben. Das Motorrad ist im Jahr 2008 rausgekommen. Im Jahr 2015 lief es aber ganz gut für mich. Wir hatten aber Nachteile beim Top-Speed. Da haben wir jetzt noch ein paar Sachen geändert und ich hoffe, dass wir näher ran kommen. Die Honda hat den Vorteil, dass sie sich sehr gut fahren lässt. Es fehlt halt ein bisschen an der Grundleistung.

Wie sind deine Vorbereitungen auf die neue Saison gelaufen?
Ich bin im Winter viel Moto Cross gefahren, damit ich wenigstens auf einem Moped sitze. In Spanien war ich zur Saisonvorbereitung noch nie. Solange unterwegs sein und den Laden zu machen, das geht nicht. Mein Vater kommt an den IDM-Wochenenden mit. Aber eine ganze Woche geht nicht. Daher ist es für mich im Winter etwas schwierig. Ich fahre vor dem Saisonstart noch auf dem Nürburgring.

Du bist lange in der Superstock 600 Klasse gefahren, dann letztes Jahr der Umstieg in die höhere Kategorie. Gefällt es dir da besser?
Die Starterzahlen in der Supersport-Klasse gingen ja leider runter. Da hätte man jetzt gut mal ganz vorne mitfahren können. Das hätte nach außen gut ausgesehen, wenn man da Top 3 oder so fährt. Aber das ist für mich nicht der Sinn der Sache. Es war besser, jetzt in die Superstock 1000 umzusteigen. Da habe ich mehr gelernt und bis dadurch weitergekommen.

Honda plant eine neue Fireblade. Wie sehnsüchtig wird die von dir erwartet?
In dieser Saison passiert da nichts. Auch wir als Händler wissen erst kurz vorher Bescheid, wann sie kommt. Wir hoffen im Herbst auf die Messe Intermot. Eigentlich müsste da was kommen. Denn wenn es erst nächstes Jahr kurz vor der Saison wäre, wäre es schwer, sich richtig vorzubereiten.

Mit wem rechnest du in dieser Saison an der Spitze der Superstock 1000-Kategorie?
Ich denke, die Jungs vom letzten Jahr. Lukas Trautmann und Roman Stamm. Aber es sind auch viele junge Fahrer dabei. Da kann es sein, dass einer stark wird. Roman Stamm ist ein sehr konstanter Fahrer. Daher würde ich auf ihn tippen.

War er Umstieg in die Superbike-Klasse je ein Thema für dich?
Ja, für uns war es mal ein Thema. Weil einfach mehr am Motor erlaubt ist und wir damit konkurrenzfähiger wären. Aber der Aufwand rechnet sich nicht, da habe ich in der Superstock 1000 mehr davon.

Wo siehst du dich selber am Ende des Jahres?
Ich will in die Top Ten. Am Anfang habe ich vielleicht ein wenig Trainingsrückstand. Aber das ist kein Problem für mich, ich bin schnell wieder auf meinem Level. Aber Top-Ten, da will ich hin.

 

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